Wartezeit zu lang
Brite griff zu Zange und zog selbst seinen Zahn
Chris Langston aus der englischen Stadt Oswestry hatte monatelang mit qualvollen Zahnschmerzen zu kämpfen. Er versuchte bei mehreren Zahnärzten, einen Termin zu bekommen. Doch die Wartezeiten bei Kassenärzten waren überall sehr lange. Deshalb griff der 50-Jährige selbst zur Zange.
Die Kosten für private Zahnärzte konnte er sich nicht leisten und die Notfallambulanz befindet sich rund 100 Kilometer von seinem Wohnort entfernt. Diese Distanz habe er mit seinen Kindern nicht auf sich nehmen können, betonte Langston am Wochenende gegenüber der „Daily Mail“. Er berichtete über Schmerzen beim Schlucken, Kauen und sogar beim Sprechen.
Bei Selbst-OP beinahe in Ohnmacht gefallen
Als er es nicht mehr aushielt, griff der Familienvater zu einer Zange und begab sich ins Badezimmer. Bereits beim Greifen des Backenzahns habe dieser noch mehr als vorher gepocht, erinnerte sich Langston an die schmerzhafte Prozedur. Obwohl das Herausziehen recht rasch erfolgt sei, habe er sich nachher „sehr schwach“ gefühlt und sei beinahe in Ohnmacht gefallen.
Seine Kinder seien schockiert gewesen und er habe einen „starken Tee“ trinken müssen, so Langston, der eine Woche nach seiner Selbst-OP wieder schmerzfrei essen kann. Leichte Schmerzen habe er noch, aber insgesamt ist der „Hobby-Zahnarzt“ mit seiner Arbeit zufrieden. Allerdings rät er davon ab, so etwas nachzumachen. Denn: „Es war schrecklich.“
Zahnarztkrise wird in England immer größer
Heftige Kritik übte Langston an der medizinischen Versorgung seiner Region. Früher habe man rasch einen Zahnarzttermin bekommen. Aber mittlerweile sei dies nur in der zu weit entfernten Notfallambulanz möglich. „Private Ärzte kann ich mir nicht leisten“, beklagte der 50-Jährige. Laut Angaben der staatlichen Gesundheitsbehörde NHS sank in den vergangenen Jahren die Zahl an Kassenzahnärzten von 23.733 auf 21.544. In Langstons Region ist die Zahnarztkrise besonders dramatisch. Hier kommen lediglich 37 Dentisten auf 100.000 Einwohner.







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