Case-Manager klärt auf

„Auch Mittelstand von Delogierungen betroffen“

Wien
09.02.2024 06:00

Wiener Wohnen bietet professionelle Hilfe für Mieter in Notsituationen. Durch den Einsatz der Sozialarbeiter konnten im Vorjahr 615 Mieter vor einer Delogierung bewahrt werden. Die „Krone“ hat mit einem Case Manager gesprochen.

Der Mittelstand der Gesellschaft ist immer mehr betroffen", erzählt Bernhard Rubik, Sozialarbeiter bei Wiener Wohnen. Seine Aufgabe ist es, für Mieter, die kurz vor der Delogierung stehen, Lösungen zu finden, indem er ihnen hilft Anträge zu stellen. Und wer sind seine Klienten?

„Entgegen der allgemeinen Annahme sind es nicht nur Arbeitslose, sondern auch Verkäuferinnen, ganze Familien oder Mindestpensionisten“, berichtet Rubik. Viele würden aus Scham davor zurückschrecken, um Hilfe zu bitten. Dabei ist die Palette an Unterstützungsmöglichkeiten breit. Beispiele sind der Wohnbonus 23 oder die Wohnbeihilfe Neu.

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Früher hat das arbeitslose Menschen oder Verkäuferinnen betroffen, heute ist es die Mittelschicht. Die Scham bei diesen Leuten ist sehr groß.

Sozialarbeiter bei Wiener Wohnen Bernhard Rubik (42)

Der Hauptgrund für Zahlungsrückstände sind die gestiegenen Mietkosten. Verschlang der Zins vor Corona und der Teuerung 30 Prozent des Einkommens ist es jetzt die Hälfte oder mehr.

In 70 Prozent der Fälle wird Delogierung verhindert
Dabei sei es wichtig, rechtzeitig um Hilfe anzusuchen und nicht erst wenn der Hut brennt, meint der erfahrene Sozialarbeiter. Dass es sich auszahlt zum Hörer zu greifen, zeigt die Erfolgsquote von Rubik und seinen Kollegen: In rund 70 Prozent der Fälle kann eine drohende Delogierung abgewendet werden, im Vorjahr ist es Case-Managern gelungen, 615 Wohnungen in ganz Wien zu sichern.

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