Geparkter Tesla filmt

Messerangriff auf 2,13 Meter großen Rotlicht-Hünen

Gericht
12.01.2024 18:37

Mit einem Messer ging ein früherer Gürtel-Capo am Wiener Naschmarkt auf den „Langen Peter“, einen einst gefürchteten Rivalen, los. Ein zufälliges Wiedersehen mündete in einer Tat. Das Beweismittel im Prozess im Wiener Landl am Freitag stammt aus einer - bis dato - ungewöhnliche Quelle.  

Oftmals stand Rechtsanwalt Christian Werner mit Peter Aistleitner in den letzten Jahrzehnten im Gerichtssaal. Der 2,13 Meter große Hüne galt ewig als „Der Mann fürs Grobe“ für den früheren Wiener Rotlicht-Boss Richard S.

Die Rolle am Freitag war für die beiden neu: Denn Aistleitner war diesmal nicht der Angeklagte, sondern das Opfer. Das Milieu der Straftat ist aber das gleiche geblieben. In einem Lokal auf der Wienzeile traf Aistleitner auf einen verfeindeten Ex-Capo der früheren Gürtel-Szene. Ein Streit entfachte. Als der „Lange Peter“ das Lokal verließ, folgte ihm sein Ex-Rivale zusammen mit einem unbekannten Täter, der flüchtig ist. Beim Naschmarkt überwältigten sie Aistleitner und stachen mit einem Messer auf ihn ein.  „Nur durch Notwehr gelingt es ihm zu flüchten“, so die Staatsanwaltschaft. Das Opfer erlitt unter anderem eine tiefe Stichverletzung am Oberschenkel. 

Zwei Jahre fest für angeklagten Ex-Capo
Wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung fasste der von Marcus Januschke verteidigte Ex-Capo zwei Jahre fest aus. Er ist voll Reue: „I kann mich nur aufrichtig entschuldigen. I genier mi, dass i jetzt do sitz“, spricht er von einer durchzechten Nacht. „Wenn zwa Glatzerte z‘sammtreffn, gibt‘s a Problem.“

Der Clou: Ein Tesla-Besitzer meldete sich bei der Polizei: „Mein Auto hat den Angriff aufgenommen“ - mit einer automatischen Kamera, die offenbar permanent filmt, wenn der Wagen abgestellt ist.

Aussprache vor der Verhandlung
Unter den Rivalen wurden die Wogen vor der Verhandlung geglättet. Der Täter überwies von sich aus eine anständige Summe Schmerzengeld: „Er hat sich entschuldigt und die Sache ist erledigt“, kommentiert Aistleitner trocken. Auch Christian Werner ist zufrieden: „Es wäre wünschenswert, wenn sich jeder Beschuldigte so verhalten würde.“

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