Bewohner des schottischen Ortes Beith im Garnock Valley diskutieren derzeit über den nächtlichen Glockenschlag des ansässigen Kirchturms, der zwar die Nachruhe so manchen Bürgers stören mag, jedoch „seit Generationen in der Gemeinschaft verankert“ ist.
Was zählt mehr: die Tradition einer Gemeinde oder die Nachtruhe eines Einzelnen? Darüber debattieren derzeit die Einwohner des schottischen Orts Beith. 200 Jahre lang schlug dort eine Kirchenglocke jede Stunde die Zeit, auch nachts - bis eine Lärmbeschwerde einging.
Doch ausgerechnet ein Mann, der seit 23 Jahren neben der Kirche lebt, hat nun einen Antrag gestellt, dass die Tradition wieder aufgenommen werden solle.
„Glockenschlag mehr als Zeitmesser“
So sagte Bryan McWilliams zur BBC: „Die schlagende Uhr ist mehr als nur ein Zeitmesser. Sie dient als hörbare Verbindung zu unserer Geschichte und unserem Erbe und schlägt seit 200 Jahren.“ Viele Bewohner hätten sich zeitlebens auf den Glockenschlag verlassen.
Die Kirche in dem Ort südwestlich von Glasgow wurde 1810 gebaut. In den 1990ern hatte es schon einmal eine Debatte gegeben, ob die Glocke jede Stunde schlagen solle. Doch nichts änderte sich - bis ein Einwohner sich bei der Gemeinde beschwerte, der Lärm störe den Schlaf. Daraufhin stellte die Church of Scotland den Glockenschlag zwischen 23 und 7 Uhr ein.
Doch eine Petition von McWilliams, die Glocke auch nachts wieder bimmeln zu lassen, erhielt bereits 900 Unterschriften. Zwar sei das Wohlbefinden aller Einwohner wichtig, er glaube aber, „dass das Unbehagen einer Person nicht schwerer wiegen sollte als eine Tradition, die von vielen geliebt wird und seit Generationen in unserer Gemeinschaft verankert ist“.
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