Politkowskaja-Mord
Mittäter kämpft sich „wie Rambo“ in Ukraine frei
Der als Mittäter beim Mord an der kreml-kritischen Journalistin Anna Politkowskaja verurteilte Sergej Chadschikurbanow ist aus der russischen Strafkolonie entlassen worden, um sich in der Ukraine freizukämpfen. An der Front soll er bereits in Windeseile befördert worden sein.
Eigentlich sollte Chadschikurbanow 20 Jahre in der russischen Haftanstalt zubringen und wäre erst im Jahr 2034 wieder freigekommen. Doch es kam anders. Wie der Telegram-Kanal „Baza“ nun erfuhr, soll der Mann bereits Ende 2022 das Gefängnis verlassen haben, um in der Ukraine zu kämpfen.
In der Ukraine wurde der frühere Häftling anfangs als Kommandeur der Geheimdienstabteilung eingesetzt. Er „begab sich mehrere Male hinter die feindlichen Linien und erledigte mit seinen Kämpfern Aufgaben, die für Geheimdienstoffiziere spezifisch waren“, schilderte eine Quelle gegenüber „Baza“.
Auf dem Bild ist Sergej Chadschikurbanow zu sehen:
„Muss wirklich ein Rambo sein“
Rasch sei Chadschikurbanow zum Bataillonskommandeur aufgestiegen. „Damit ein Gefangener in ein paar Monaten vom Truppenkommandeur zum Bataillonskommandeur aufsteigen kann, muss er wirklich ein Rambo sein“, verglich eine andere Quelle im Gespräch mit dem Telegram-Kanal den Mann mit der fiktiven Figur aus der gleichnamigen Actionfilmreihe.
In der Regel müssen russische Gefangene einen sechsmonatigen Kriegseinsatz hinter sich bringen, um begnadigt zu werden. Chadschikurbanow soll die Haftstrafe bereits erlassen worden sein. Danach soll er freiwillig seinen Vertrag mit den russischen Streitkräften verlängert haben, wie „Baza“ weiter anführt.
Mord an Anna Politkowskaja
Die russische Journalistin Anna Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung durch mehrere Schüsse getötet worden. Sie galt als Gegnerin des russischen Präsidenten Wladimir Putin und hatte für die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ vor allem aus Tschetschenien über Menschenrechtsverletzungen durch russische und tschetschenische Sicherheitskräfte berichtet.
Die Bluttat hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Menschenrechtsaktivisten und Verwandte erklärten, die im Zusammenhang mit dem Mord Verurteilten hätten nur Befehle ausgeführt. Solange die Drahtzieher nicht gefasst und verurteilt seien, sei der Gerechtigkeit nicht Genüge getan. Nach Angaben von Bürgerrechtlern führen die Spuren der Hinterleute möglicherweise bis in Regierungskreise.








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