In der Region Charkiw

Verstärkter Beschuss: Ukraine evakuiert Kinder

Ausland
02.11.2023 18:04

Wegen verstärkten russischen Beschusses hat das ostukrainische Gebiet Charkiw für mehrere Orte eine Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern angeordnet. Weiter südlich meldeten russische Truppen zudem ukrainische Angriffe in der Nähe des Atomkraftwerks Saporischschja.

275 Kinder in sieben Ortschaften einschließlich der Stadt Kupjansk sind vom Evakuierungsbefehl betroffen, teilte der Chef der Gebietsverwaltung, Oleh Synjehubow, am Donnerstag bei Telegram mit. Einer vorherigen Empfehlung waren bereits 89 Kinder und ihre Familien gefolgt und in sichere Regionen geflohen.

Den Flüchtlingen wird Synjehubow zufolge eine Unterkunft gestellt und sie erhalten Unterstützung durch internationale Hilfsorganisationen.

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Post-Depot in der Region Charkiw starben kürzlich sechs Ukrainer.  (Bild: AFP, Krone KREATIV)
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Post-Depot in der Region Charkiw starben kürzlich sechs Ukrainer. 

Eine derartige Zwangsmaßnahme hatte es im Oktober auch in frontnahen Teilen des südukrainischen Gebiets Cherson entlang des Flusses Dnipro gegeben. Damals waren offiziellen Angaben zufolge rund 800 Kinder von der Maßnahme betroffen.

Angriff in der Nähe des Atomkraftwerks?
Auch in Saporischschja kommt es weiter zu Kampfhandlungen. Das russische Militär hat nach eigenen Angaben neun ukrainische Drohnen nahe des besetzten Atomkraftwerks im Süden der Ukraine abgeschossen. Durch den Angriff um die Mittagszeit sollte demnach unter anderem die Rotation des Beobachtungsteams der Internationalen Atomenergieaufsichtsbehörde (IAEA) gestört werden, schrieb Russlands Verteidigungsministerium am Donnerstag bei Telegram. Unabhängig können diese Aussagen nicht überprüft werden.

Weder Kiew noch die IAEA haben den Vorfall bisher kommentiert. Russlands Militärführung hat in der Vergangenheit bereits häufig nachgewiesene Falschinformationen verbreitet.

Letzter Teamwechsel Anfang Oktober
Die IAEA-Beobachter überwachen in der Kraftwerksstadt Enerhodar in wechselnder Besetzung die Lage im AKW Saporischschja, das russische Truppen seit dem Vorjahr besetzt halten. Der letzte Teamwechsel fand Anfang Oktober statt. Laut einem hochrangigen russischen Beamten sollten am Donnerstag neue Beobachter der Atomenergiebehörde eintreffen.

Nur wenige Wochen nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Moskau das AKW Saporischschja in der Stadt Enerhodar im März 2022 besetzt. Immer wieder warfen sich beide Kriegsparteien gegenseitig den Beschuss der Anlage vor. Warnungen vor einem möglichen Kontrollverlust und einer nuklearen Katastrophe gibt es seit langem.

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