Gesetz ändern?

Selbst Experten sagen: Das Schilf muss brennen!

Burgenland
24.09.2023 11:30

Nationalrat Maximilian Köllner verlangt in einem Antrag die Änderung des Bundesluftreinhaltegesetztes. „Nur so können wir See und Tierwelt retten!“ Auch Experten und Umweltschützer sind mittlerweile übrigens der Meinung, dass kontrolliertes Schilfabbrennen etwas bringt. 

Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Maximilian Köllner machte sich in der vergangenen Nationalratssitzung mit einem Antrag im Nationalrat dafür stark, dass das Land Burgenland mehr Kompetenzen zum Erhalt des einzigartigen Lebensraums Neusiedler See erhält. Konkret wünscht er sich eine Änderung im Bundesluftreinhaltegesetzes, die dem Landeshauptmann die gesetzlichen Möglichkeiten gibt, selbst über das Abbrennen von Schilf zu entscheiden. Denn selbst BirdLife und der WWF verlangen mittlerweile das kontrollierte Abbrennen von Altschilfbeständen. Das Schilf des Neusiedler Sees ist einer Studie von BirdLife zufolge nämlich teilweise stark überaltert und wird so für die vorkommenden Vogelarten zunehmend unattraktiv. Durch kontrolliertes Brandmanagement könnte der Schilfgürtel wieder verjüngt werden – und die Vogelvielfalt bliebe bewahrt.

Das Abbrennen von Altschilf ist keine neue Idee, sondern war rund um den Neusiedler See viele Jahre lang gelebte Praxis. Erst in den 1990er-Jahren wurde es aus Luftreinhaltungs- und Klimaschutzgründen per Gesetz verboten.

Eben hier hakt Köllner mit seinem Antrag im Nationalrat ein. Köllner: „Es geht um viel. Umwelt und Tierwelt hängen unmittelbar zusammen. Wenn die aktuellen Alt- bzw. Bruchschilfbestände am Neusiedler See nicht bald regelmäßig bewirtschaftet werden dürfen, dann hat das nicht nur negative Auswirkungen auf den See selbst, sondern auch auf die Vogelwelt. Wir wollen das verhindern und den Neusiedler See samt seiner Flora und Fauna retten. Das gibt auch den Tourismusbetrieben eine sichere Zukunftsperspektive.“

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Es soll nicht alles wild niedergebrannt werden, sondern einen genauen Plan und eine fachliche Begleitung geben. Kurzfristig werden zwar Emissionen freigesetzt, ein intakter Schilfgürtel ist aber eine wertvolle Methan-Senke.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf

Glaubt man den Fachleuten, wäre das kontrollierte Abbrennen des Schilfes die erfolgversprechendste Schilfmanagement-Methode. Wenn es denn die besagte Gesetzesänderung im Bund gäbe. Unterstützung bekommt Köllner auch von Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner und Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf. Während Dorner noch einmal hervorhebt, dass ab Oktober das zentral organisierte Schilf- und Sedimentmanagement durchstartet, setzte sich Eisenkopf bei der letzten Landesumweltreferentenkonferenz ebenfalls dafür ein, dass der Bund die Möglichkeit für punktuelles und kontrolliertes Abbrennen von Schilf im Bundesluftreinhaltegesetz schafft.

Auch wenn kurzfristig Emissionen freigesetzt werden, gerade im Hinblick auf die Klimabilanz darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ein intakter Schilfgürtel eine sehr wertvolle Senke von Methan ist. Und Methan ist rund 23 Mal Treibhausgaswirksamer als CO2, das Abbrennen wäre also in Summe sogar positiv für die Klimabilanz.

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