So, 19. August 2018

Polizei-Empfehlung

20.12.2011 17:18

Farbbomben sollen Bankomat-Dieben Coups verleiden

Zahlreiche hochprofessionelle Bankomat-Banden halten Kriminalisten in ganz Europa seit zwei Jahren auf Trab, eines ihrer begehrtesten Ziele ist Österreich. Seit sechs Monaten macht die "SOKO Bankomat" Jagd auf die Kriminellen. Und das offenbar mit Erfolg: Bisher sind neun mutmaßliche Täter festgenommen worden. Dennoch gehen die Ermittler jetzt in die Offensive und fordern – nach schwedischem Vorbild – den Einsatz von Farbbomben in den Geldautomaten.

Denn die beste Art zur Bekämpfung von Bankomat-Diebstählen seien laut Ewald Ebner, Leiter des Büros für Allgemeine Kriminalität beim Bundeskriminalamt, Farbbomben: "Wird der Bankomat erschüttert, explodiert die Bombe und das Geld wird eingefärbt. Auf das verdutzte Gesicht der Diebe freue ich mich schon sehr." Und: "Aus kriminaltaktischen Gründen darf ich nicht verraten, ob es in Österreich schon Farbbomben gibt", schmunzelt der Ermittler.

"Saubere" Sprengung vs. brutales Herausreißen
Was er verraten kann, ist, wie die Täter vorgehen. Ein Gas-Sauerstoff-Gemisch fachmännisch platziert und zur Explosion gebracht – so sprengt die Königsklasse der Bankomatdiebe ihre Beute frei. Die Brutalos legen hingegen ein Abschleppseil um den Geldkasten und ziehen die 400 Kilo schwere Beute mit ihrem gestohlenen Wagen einfach aus dem Bankfoyer.

"Glauben Sie nicht, dass das irgendeiner von denen zum ersten Mal macht", so Ebner, "diese Banden sind bestens organisiert, kommen alle aus Osteuropa und sind schwer zu fassen." Die Ermittler glauben aber, den Strukturen der Banden näher gekommen zu sein, auch wenn die Inhaftierten bei ihren Einvernahmen eisern schwiegen.

Erst 13 der insgesamt 53 Fälle aufgeklärt
Seit einem halben Jahr arbeiten 16 Kripo-Beamte der SOKO Bankomat an der Jagd auf die Täter. Ein Kopfgeld von 10.000 Euro für entscheidende Hinweise wurde ausgelobt. Doch erst 13 der insgesamt 53 Fälle konnten aufgeklärt und neun mutmaßliche Täter verhaftet werden. Fünf weitere Verdächtige stehen auf einer europaweiten Fahndungsliste. Europol hat die "Operation ATM" ins Leben gerufen.

Österreich hat zwar eines der dichtesten Bankomatnetze in Europa, die Täter sind aber auf dem ganzen Kontinent tätig und dabei mitunter sehr reiselustig. So konnte man nachvollziehen, dass eine Gruppe nicht einmal eine Woche nach einem Coup in Niederösterreich in Portugal aktiv wurde. Südfrankreich, Spanien und Portugal sind derzeit überhaupt beliebte Tatorte. Dabei wurde in Südfrankreich bereits beobachtet, dass nicht davor zurückgeschreckt wird, in Hausfassaden verankerte Geräte herauszusprengen.

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