Wodka zum Frühstück
Russlands Politiker trinken immer mehr Alkohol
Der russische Invasionskrieg in der Ukraine macht offenbar auch vielen russischen Spitzenpolitikern zu schaffen. Wie eine unabhängige Exil-Nachrichtenplattform berichtet, wird in vielen Ämtern deutlich mehr Alkohol getrunken als vor Kriegsbeginn. Einige Politiker sollen ihren Arbeitstag sogar mit einer ganzen Flasche Wodka beginnen.
Die Reporter der Plattform „Verstka“ haben viele Gespräche mit russischen Politikern über ihren Alkoholkonsum geführt - und die Antworten waren ernüchternd. So sollen einzelne Gouverneure den ganzen Tag trinken. Ein Regierungsbeamter verriet dem Recherchenetzwerk: „Sagen wir mal so: In der Präsidialverwaltung hat früher nicht jeder seinen Tag mit einem Glas Wodka begonnen. Jetzt kenne ich viel mehr solche Leute, und für einige ist das Glas zu einer Flasche geworden.“
Mitarbeiter müssen betrunkenen Gouverneur suchen
Einem Mitarbeiter einer Verwaltung in Zentralrussland macht ein alkoholkranker Gouverneur schwer zu schaffen. Mehrmals habe er schon Einladungen des russischen Präsidenten zu Sitzungen der Bundesversammlung verpasst. Der Politiker sei mittlerweile „völlig verrückt“, schildert der Informant: „Der Tag beginnt entweder mit der Suche nach ihm oder mit dem Versuch, ihn mit Anrufen aufzuwecken.“ An Besprechungen nehme er kaum mehr teil und wenn, dann sitze er nur da wie ein Zombie.
Auf offiziellen Staatsbanketten wird mittlerweile statt nur mit einer mit zwei Flaschen Alkohol pro Person kalkuliert. Auch Ex-Präsident Dmitri Medwedew soll dem Alkohol sehr zugewandt sein. Die Verschwörungstheorien und Hassbotschaften gegen den Westen soll er häufig betrunken auf Telegram posten.
Putin selbst lebt fast abstinent
Die Gründe für den gestiegenen Alkoholkonsum sei wohl der Druck, unter denen die Politiker seit Kriegsbeginn stehen. Sie würden zunehmend zermürbt durch andauernde Anweisungen und Kritik aus der eigenen Bevölkerung. Viele würden auch betrunken zu Sitzungen erscheinen. Damit dürften sie sich bei Putin allerdings nicht beliebt machen: Denn der Kremlchef trinkt kaum Alkohol und mag es angeblich auch nicht, wenn Menschen aus seinem Umfeld trinken oder verkatert zu Meetings erscheinen.
Trotz des gestiegenen Konsums wird laut „Verstka“ auf Qualität höchsten Wert gelegt. Es wird keinesfalls heimischer Fusel getrunken sondern exklusiver Schnaps und Importware. Die Stiftung zur Korruptionsbekämpfung, die vom Oppositionellen Alexej Nawalny ins Leben gerufen wurde, berichtete von einer Bestellung von französischem und italienischem Wodka für umgerechnet 54.000 Euro.












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