Trifft auch Österreich

Ultimatum abgelaufen: Deutscher Bahnstreik droht!

Ausland
12.05.2023 13:00

Im Zuge des Kollektivvertragsstreits hält die deutsche Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an ihrem geplanten 50-Stunden-Warnstreik auf der Schiene ab Sonntagabend fest. Das teilte die Gewerkschaft Freitagmittag mit. Der Staatskonzern Deutsche Bahn ließ demnach ein Ultimatum für ein neues Angebot verstreichen. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass die Bahn ab Sonntagabend 50 Stunden lang bestreikt wird. Dies hätte auch massive Auswirkungen auf den österreichischen Bahnverkehr. 

Die Bahn-Mitarbeiter wollen demnach wie geplant von Sonntagabend, 22 Uhr, bis Dienstagabend, 24 Uhr, den Zugverkehr deutschlandweit lahmlegen. Es soll der längste Streik im aktuellen Kollektivvertragsstreit werden. Die Deutsche Bahn hatte bereits am Donnerstag angekündigt, dass im Streikfall der komplette Fernverkehr eingestellt werde. Auch die Regionalzüge werden voraussichtlich fast alle ausfallen.

(Bild: APA/dpa/Boris Rössler)

ÖBB raten von Fahrten nach Deutschland ab
„Wir ersuchen alle betroffenen Reisenden, nicht notwendige Fahrten nach Deutschland zu verschieben bzw. alternative Reisemöglichkeiten zu wählen“, schreibt die ÖBB in einer Aussendung. Die Details der Fahrplanänderungen werden nach und nach in der ÖBB-Fahrplanauskunft SCOTTY aktualisiert.

Tagverkehr zwischen Salzburg und Tirol über das Deutsche Eck betroffen
Klar ist aber schon, dass der innerösterreichische Tagverkehr zwischen Salzburg und Tirol über das Deutsche Eck von den Einschränkungen betroffen ist. RJ/RJX-Züge, die planmäßig über das Deutsche Eck fahren, werden laut ÖBB im Schienenersatzverkehr mit Bussen (gültiges Reisedokument notwendig) geführt. Die Züge enden und beginnen in Salzburg bzw. Kufstein/Wörgl Hauptbahnhof. Als weitere Ersatzmaßnahme wird ein Umleitungsverkehr durch Österreich mit Zügen im Zwei-Stunden-Takt zwischen Salzburg und Wörgl Hauptbahnhof eingerichtet. „Bei beiden Routen ist mit einer Reisezeitverlängerung von zwei Stunden zu rechnen“, erwarten die ÖBB.

Auch Nachtzüge betroffen
Auch Nachtzüge (Nightjet und EuroNight) sind laut ÖBB von den Streikmaßnahmen betroffen. „Es wird zu Ausfällen, Teilausfällen und Umleitungen kommen.“ Ab der Nacht von Sonntag auf Montag könnten die Nachtzüge von/nach Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Frankreich nicht fahren. Der Nightjet nach Paris entfalle schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag werde der Nachtzugverkehr wieder planmäßig möglich sein. Nahverkehrszüge werden teilweise im Schienenersatzverkehr geführt. Auch der Schienengüterverkehr von und nach Deutschland muss laut ÖBB eingestellt werden.

ÖBB Nachtzug (Symbolbild) (Bild: © Harald Eisenberger)
ÖBB Nachtzug (Symbolbild)

Streit um gesetzlichen Mindestlohn
Knackpunkt im deutschen Tarifstreit ist die Thematik rund um den gesetzlichen Mindestlohn. Rund 2000 Beschäftigte erhalten diesen bei der Bahn derzeit nur über Zulagen. Die Gewerkschaft will erreichen, dass er noch vor den inhaltlichen Verhandlungen in den Tariftabellen festgelegt wird, damit sich alle späteren Vereinbarungen auf diese Basis beziehen können. Zwar kam die Bahn der EVG in diesem Punkt bereits entgegen, doch Detailfragen bleiben aus Sicht der Gewerkschaft nach wie vor ungeklärt.

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