Entrüstung in Kiew

Enthauptungsvideo: „Russland schlimmer als der IS“

Ausland
12.04.2023 12:34

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert eine weltweite Reaktion auf ein Video, das die mutmaßliche Enthauptung eines ukrainischen Kriegsgefangenen zeigt. „Das ist ein Video von Russland, wie es ist“, unterstrich der Staatschef in einer Videobotschaft am Mittwoch. Außenminister Dmytro Kuleba nannte Russland „schlimmer“ als die islamistische Terrorgruppe IS.

Es sei absurd, dass Russland, das schlimmer als der IS ist, den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat innehat, während russische Truppen Gräueltaten an ukrainischen Kriegsgefangenen begehen. „Russische Terroristen müssen aus der Ukraine und der UNO geworfen und für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden“, betonte Kuleba.

Russland „terroristischer Staat“
Einer Beraterin aus dem Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge zeigt das Video „das ganze Wesen des terroristischen Staates Russland“. Nach ihren Worten handelt es sich auch um eine psychologische Operation Russlands, die der Einschüchterung diene. „Das Zielpublikum ist nicht nur die Ukraine, sondern auch die westlichen Gesellschaften“, sagte Daria Sariwna, Beraterin des Leiters des Büros des ukrainischen Präsidenten auf Telegram.

„Das ist kein Zufall. Das ist kein Einzelfall. Es passierte schon vorher. Es passierte in Butscha“, sagte Selenskyj. Man werde nichts vergessen und den Mördern nicht vergeben, erklärte er. „Sie werden gesetzlich zur Verantwortung gezogen werden“, versicherte der Präsident (siehe Video oben).

Selenskyj unterstrich in einer Videobotschaft auf seiner Twitter-Seite: „Niemand würde es verstehen, wenn die Staatsführer nicht auf das Video reagieren. Es muss jetzt gehandelt werden!“ Das verstörende Video ist stark verwackelt. Es scheint im Sommer gedreht worden zu sein, da der Boden mit Pflanzen bewachsen ist. Die Aufnahmen zeigen einen mutmaßlichen russischen Kämpfer, der offenbar einem ukrainischen Kriegsgefangenen mit einem Messer den Kopf abtrennt.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, man habe keine weitere Information über die Echtheit der Videos. „Wenn es sich bestätigt, wäre das nur eine weitere brutale Erinnerung an die inhumane Natur der russischen Aggression. Die Tötung von Kriegsgefangenen ist ein sehr schwerwiegender Bruch der Genfer Konvention und zeigt erneut Russlands Missachtung von Völkerrecht und insbesondere von internationalem humanitärem Recht“, so die Sprecherin weiter.

Klares Zeichen von Österreich gefordert
Der ukrainische Botschafter in Wien, Vasyl Khymynets, fordert eine klare Reaktion Österreichs auf das Video. Er appellierte an die heimischen Politiker und an die österreichische Gesellschaft „auf diese entsetzliche Hinrichtung zu reagieren und somit ein Zeichen zu setzen, dass alle russischen Verbrechen aufs Schärfste verurteilt werden und Russland dafür zu Verantwortung gezogen wird.“

Ukrainischer Geheimdienst: „Wir finden diese Unmenschen“
Bereits zuvor war ein ähnliches Video in den sozialen Medien aufgetaucht. Es soll von russischen Söldnern der Wagner-Gruppe gefilmt worden sein. Darin sieht man die enthaupteten Leichen von mutmaßlichen zwei ukrainischen Soldaten, die neben einem zerstörten Militärfahrzeug auf dem Boden liegen. Russische Quellen behaupten, dass dieses Video aus der Nähe von Bachmut stammt.

Der ukrainische Geheimdienst hat die Ermittlungen aufgenommen. „Wir finden diese Unmenschen. Wenn es notwendig ist, werden wir sie überall finden, wo sie auch sind: unter der Erde oder aus dem Jenseits“, versprach der SBU-Chef Wassyl Maljuk. Der Kreml erklärte, das Video sei „schrecklich“ und müsse auf seine Echtheit überprüft werden. Auf prorussischen Telegram-Kanälen wurde angedeutet, dass die ukrainische Seite für die Verbrechen verantwortlich sein könnte, um die Identität der toten Soldaten zu verschleiern.

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