Mo, 23. Juli 2018

Volleyball-EM

18.09.2011 21:03

3:1 gegen Italien: Serbien zum 2. Mal Europameister

Serbiens Volleyball-Team hat sich am Sonntag im Finale der EuroVolley in der ausverkauften Wiener Stadthalle den EM-Titel der Herren gesichert. Der Gewinner der ÖVV-Gruppe in der Vorrunde besiegte den sechsfachen Europameister Italien vor 9.750 Zuschauern 3:1 (-17,20,23,24) und holte damit seinen zweiten EM-Titel nach 2001 in Ostrava. Für die Italiener war es die erste Finalteilnahme auf EM-, WM- und Olympia-Ebene seit EM-Gold 2005.

Es dauerte aber, bis die am Vortag im Semifinale gegen Russland nach Abwehr von vier Matchbällen 3:2 siegreich gebliebenen Serben das hartumkämpfte, hochklassige Endspiel in den Griff bekamen. Die Italiener dominierten Satz eins klar, mit einer im Kollektiv hervorragenden Leistung ließen sie die Stars der Serben nicht zur Geltung kommen. Deren Haupt-Punktelieferanten Ivan Miljkovic, Nikola Kovacevic und Dragan Stankovic machten aus 23 Angriffen nur neun Punkte.

Im klar gewonnenen zweiten Satz aber legten die Serben viel mehr Druck in ihr Spiel, so kam den Italienern ihre zu Beginn gezeigte Präzision abhanden. Miljkovic durchbrach den italienischen Block nun viel besser, der seit Dienstag 32-jährige Kapitän fungierte wieder als Antreiber seiner Truppe. In seinen fünf EM-Partien - beim 3:0 am Montag gegen Österreich war er geschont worden - markierte der 2,06-m-Mann von Fenerbahce Istanbul klar mehr als 100 Punkte bzw. im Schnitt mehr als 20 Zähler pro Match.

Vorentscheidung im dritten Satz
Die Vorentscheidung spielte sich am Ende von Satz drei ab. Nachdem die Italiener nach fast ständigem Rückstand unter Führung des in dieser Phase überragenden Kapitäns Cristian Savani zum 23:23 ausgeglichen hatten, brachte eine umstrittene Referee-Entscheidung den Serben den Satzball. Diesen verwertete Diagonalangreifer Milos Terzic beim Service durch einen unannehmbaren "Netztröpfler". In Durchgang vier lag Italien einige Zeit komfortabel in Front, erneut Terzic mit einem Ass sicherte Serbien aber den Titel.

Die Serben etablierten sich mit diesem Erfolg wie bei der Italien-WM 2010 als bestes europäisches Team, gemeinsam mit den Italienern vertreten sie Europa Ende November beim Weltcup in Japan. Da es zwei Wildcards gibt, dürfen auch die unterlegenen Semifinalisten Polen und Russland hoffen. Die Top Drei des Weltcups lösen Olympia-Tickets. Für Italien (bei EM 6/3/2) war es das erste Finale bei einem Großereignis seit EM-Gold 2005, der Titelkampf für die "Azzurri" trotz der Endspiel-Niederlage daher ein Erfolg.

Polen holt Bronze
Im Spiel um Platz drei hatte sich zuvor Titelverteidiger Polen gegen Russland 3:1 (23,-18,21,19) durchgesetzt. Den Russen blieb damit wie 2009 in der Türkei nur Platz vier. "Wir haben mit Herz und für die Fahne gekämpft", meinte der italienische Polen-Coach Andrea Anastasi, 1999 in Wien EM-Gold-Trainer Italiens. "Unser Herz war heute sehr groß." Der russische Trainer Wladimir Alekno sprach von einer verdienten Niederlage: "Im Semifinale hatten wir kein Glück, heute aber haben wir als Team verloren."

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