Mo, 20. August 2018

Gesetz verbietet es

02.09.2011 09:01

17-jähriger Steirer darf nicht weiter in seine Klasse gehen

Die Mama kämpft für ihn wie eine Löwin, Experten setzen sich für ihn ein, seine Schulfreunde stehen hinter ihm – und dennoch sieht es aus, als würde hier das Gesetz über die Menschlichkeit triumphieren. Es geht um einen gehandicapten jungen Steirer, der sich nichts mehr wünscht, als weiter in seine Klasse gehen zu dürfen...

Markus aus dem Bezirk Bruck ist 17 – und das Leben hat ihm nichts geschenkt. Seit Geburt leidet er unter Anfallsleiden. An neue Abläufe gewöhnt er sich nur schwer, mehrere Schulwechsel rissen ihn immer wieder aus dem Alltag.

"Habe Markus noch nie so glücklich erlebt"
"Doch seit zwei Jahren ist er in einer Hauptschulklasse, in die er integriert ist, wo er viel lernt, wo alle wissen, was sie im Falle eines epileptischen Anfalls tun müssen", so Markus' Mutter. "Die Direktorin, die Lehrer, die Schüler und Eltern, sie sind fabelhaft. Ich habe Markus noch nie so glücklich erlebt."

Das Gesetz macht diesem Glück aber offenbar ein Ende: Markus darf nicht mehr in diese Integrations-Klasse, sondern müsste das 13. - freiwillige - Schuljahr in einer Sonderschule verbringen.

"Würde ihn in ein tiefes Loch stürzen lassen"
Helga G.: "Ich habe nichts gegen die Schulform, im Gegenteil – aber dort wäre alles neu für ihn, er kennt keinen, die Schule ist viel weiter weg. Das würde ihn in ein tiefes Loch stürzen lassen."

Experten wie Bernd Schilcher schrieben schon flammende Appelle ans Ministerium - aber es sieht schlecht aus. Vom Landesschulrat heißt es: "Wir sind eine Behörde und müssen uns an die Gesetze halten. Hier wurden alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Als Alternativen gibt es ja Lehre oder betreutes Wohnen." Vielleicht gibt es doch noch eine Chance für Markus? Und für Menschlichkeit?

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