Nach einer folgenschweren Entscheidung mussten drei Verletzte, darunter eine Schwangere und ein Dreijähriger, ins Krankenhaus. Solche Unfälle beim Heizen ließen sich eigentlich einfach verhindern.
Nur ganz knapp über null Grad zeigt das Thermometer am Sonntag beim „Krone“-Lokalaugenschein in der Alszeile an. Immerhin um ein bis zwei Grad mehr als noch am Samstagabend. Kalt wurde es an jenem Abend nämlich nicht nur draußen, sondern auch in den Räumlichkeiten einer achtköpfigen irakischen Großfamilie, die seit etwa zwei Jahren in einer Wohnung in Hernals lebt.
Kadhiem zeigt auf einen Heizkörper im Schlafzimmer. „Der funktioniert schon länger nicht mehr richtig.“ Vermutlich sind neben der streikenden Heizung auch die hohen Heizkosten ein Mitgrund, warum man eine folgenschwere Entscheidung traf.
Kleinkind kippte bewusstlos zusammen
Die Familie legte ein Holzbrett als Unterlage auf den Perserteppich des Wohnzimmers, stellte eine Art Kaminanzünder aus Metall darauf, schüttete Kohle hinein - und wartete darauf, dass es wärmer wird. Stattdessen kippte ein Dreijähriger in der Wohnung bewusstlos um. Auch zwei Frauen, darunter eine Schwangere, klagten über Übelkeit und Schwindel - Kohlenmonoxidvergiftung! Mittlerweile gehe es allen wieder gut, erzählt Kadhiem, während der Nachbar fragt, ob noch jemand im Krankenhaus ist.
Die restlichen Familienmitglieder und die Nachbarn mussten rund zwei Stunden ins Freie, bis die Feuerwehr das Haus so weit entlüftet hatte, dass Entwarnung gegeben werden konnte. Bei Kohlenmonoxid handle es sich um ein farb-, geruchs- und geschmackloses Gas, das auch durch Wände diffundieren kann, erklärt Feuerwehrsprecher Lukas Schauer.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.