Löhne für die 130.000 Beschäftigten der privaten Sozial-, Pflege- und Gesundheitsberufe steigen vor allem bei geringen Bezügen zweistellig an.
Die Protestveranstaltungen der Beschäftigten in den Sozialberufen zeigten Wirkung: In der vierten Runde der KV-Verhandlungen einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf ein deutliches Plus der Bezüge. Für alle gibt es um 8 Prozent, mindestens aber 175 Euro mehr pro Monat. Diese Staffelung bewirkt, dass untere Einkommen umgerechnet sogar um 10,2 Prozent steigen. Auch bei Anrechnung von Vordienstzeiten, Zuschlag für kurzfristiges Einspringen etc. gibt es Verbesserungen.
Beschäftigte großteils weiblich
Das sei ein wichtiges Signal an die großteils weiblichen Beschäftigten, „die in den letzten Jahren stark gefordert waren“, erklärte Arbeitgeber-Verhandler Walter Marschitz. Profitieren werden auf breiter Front sehr viele Sozialdienste. Die Branche umfasst gemeinnützige Organisationen wie Volkshilfe, Hilfswerk, Kinderfreunde usw. mit zusammen 82.000 Mitarbeitern. Hinzu kommen Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz usw., die sich am Sozial-KV orientieren. Daher betrifft der Abschluss 130.000 Leute.
Uniqa baut ihren Pflegebereich groß aus
Der Versicherungsriese Uniqa möchte die 24-Stunden- Pflege groß ausbauen. Er ist bereits jetzt zu 39 Prozent an „cura domo“ beteiligt. Die Mehrheit gehört der Gründerfamilie Pozdena. Diese Firma mit Sitz in Schwechat hat derzeit rund 2000 Betreuerinnen aus Osteuropa unter Vertrag. „Wir werden unseren Anteil aufstocken und schauen uns auch nach Zukäufen um“, erklärt Uniqa-Chef Andreas Brandstetter.
Da bis 2030 in Österreich 75.000 zusätzliches Pflegepersonal gesucht wird, plädiert Brandstetter dafür, diese Jobs als „Mangelberufe“ einzustufen. Dann könnte man auch aus Nicht-EU-Ländern Betreuerinnen zu uns holen.
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