30.09.2022 10:41 |

NASA-Mission DART

Die ersten Fotos vom Einschlag auf dem Asteroiden

Zwei Tage nachdem die US-Raumfahrtbehörde NASA absichtlich eine Sonde in den Asteroiden Dimorphos gelenkt hat, um dessen Bahn zu verändern, sind am Donnerstag mehrere Bilder veröffentlicht worden. Die Aufnahmen, die unter anderem von den Weltraumteleskopen „Hubble“ und „Webb“ sowie von einer Mikrosonde gemacht wurden, zeigen eine gewaltige Wolke aus Staub und Trümmern, die sich nach der Kollision ausbreitete.

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„Wir haben bei Dimorphos einen Schaden angerichtet“, wird Patrick Michel von der Europäischen Weltraumagentur ESA, die an der Auswertung des DART-Experiments beteiligt ist, zitiert. Das Volumen des beim Aufprall der Sonde ins Weltall geschleuderten Materials sei „ziemlich unglaublich“, so der Wissenschaftler.

Das Asteroiden-Warnsystem ATLAS (Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System) veröffentlichte ein Zeitraffer-Video des Manövers. Es wurde aus Einzelbildern seines Teleskops in Südafrika, das alle 40 Sekunden eine Aufnahme machte, zusammengesetzt. Die gesamte Sequenz dauerte in Echtzeit rund zwei Stunden (siehe Video unten).

„Staubwolke so groß wie die Erde“
Angaben von Experten zufolge hat die DART-Sonde bei ihrem Aufprall eine „sehr, sehr große Staubwolke“ erzeugt. Diese habe einen Durchmesser von mehreren Tausend Kilometern gehabt, heißt es. Laut dem Astronomen John Tonry von der Universität von Hawaii ist man von der Größe der Staubwolke um Dimorphos überrascht. Damit habe er nicht gerechnet, wird der Forscher in der „New York Times“ zitiert. „Innerhalb einer Stunde war die Wolke so groß wie die Erde“, so der Experte.

Auch die Mikrosonde LICIAcube (Light Italian CubeSat for Imaging of Asteroids) der italienischen Raumfahrtbehörde ASI funkte Bilder vom Einschlag zur Erde. Sie wurden einige Minuten nach der Kollision in der Nacht auf Dienstag aufgenommen. Die Sonde (Bild unten), die mit DART ins All geflogen und am 11. September abgekoppelt worden war, flog wenige Minuten nach der Kollision im Abstand von knapp 60 Kilometern an Dimorphos vorbei und machte Aufnahmen.

Minisonde fotografiert aufgewirbeltes Material
Auf den Schwarz-Weiß-Fotos sind deutlich Helligkeitsunterschiede sowie eine Wolke aus aufgewirbeltem Material zu erkennen. „Hier sind die ersten von LICIACube aufgenommenen Bilder der Auswirkungen der DART-Mission auf Dimorphos. Jetzt beginnen Wochen und Monate harter Arbeit für die Forscher und Techniker, die an dieser ersten planetaren Verteidigungsmission beteiligt sind, also bleiben Sie in Verbindung!“, twitterte die ASI.

Auch die Weltraumteleskope „Hubble“ und „James Webb“ wurden auf Dimorphos gerichtet. Ein auf der ESA-Website veröffentlichte Animation von Einzelbildern zeigt in Zeitraffer die Nachwirkungen des Double Asteroid Redirection Test (DART). Die Animation umfasst den Zeitraum kurz vor dem Aufprall der Sonde bis zu fünf Stunden nach dem Aufprall. Materialwolken aus einem kompakten Kern erscheinen als Strähnen, die von der Stelle wegströmen, an der die Sonde einschlug. Auf den Aufnahmen ist auch ein Bereich mit schneller, extremer Aufhellung sichtbar.

Staubwolke wird auf Asteroiden zurückfallen
Die Bestandteile der gewaltigen Wolke aus sich langsam bewegenden Trümmern und Staub, die in der Nähe der Asteroiden Didymos und Dimorphos verbleibt, werden in den kommenden Wochen auf die Oberflächen der beiden Himmelskörper zurückfallen, so die Experten. Anhand der Staubwolke könne man nun Schätzungen zur Dichte der Oberfläche von Dimorphos anstellen, heißt es.

Die DART Sonde war in der Nacht auf Dienstag wie geplant auf der Oberfläche des Asteroiden Dimorphos aufgeschlagen. Laut Angaben der NASA-Forscher handelt es um einen ersten vorsichtigen Versuch, ob es möglich sein könnte, die Flugbahn eines Asteroiden auf diese Weise abzuändern. Man erhofft sich von der Mission Erkenntnisse darüber, wie die Erde vor herannahenden Asteroiden geschützt werden könnte.

Aufprall soll die Umlaufbahn verändern
Nach dem Aufprall soll die rund zwölfstündige Umlaufbahn von Dimorphos um mindestens 73 Sekunden und möglicherweise bis zu zehn Minuten kürzer dauern.

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