Der Politologe Anton Pelinka geht davon aus, dass sich Tirols ÖVP-Obmann und Landtagswahlspitzenkandidat Anton Mattle wird halten können - sollte die Volkspartei bei der Landtagswahl am 25. September ein Ergebnis mit einem „3er“ voran, also zumindest 30 Prozent, einfahren.
„Ich gehe davon aus, dass Mattle dann innerparteilich eine faire Chance bekommen wird“, sagte Pelinka zur APA. Ein Ergebnis unter 30 Prozent für die ÖVP halte er für „unwahrscheinlich“. Obwohl Umfragen dies zuletzt prognostizierten.
„Katastrophe zum Quadrat“
Letzteres würde Mattle jedenfalls politisch nicht überleben und somit nicht auf dem Landeshauptmannsessel landen, da es für die Tiroler ÖVP eine „Katastrophe“ darstellen würde, erklärte Pelinka, der jahrzehntelang an der Universität Innsbruck tätig war und nicht zuletzt deshalb auch ein intimer Kenner der Tiroler Polit-Landschaft ist. Der „3er“ vor dem Ergebnis habe sich mittlerweile in der öffentlichen Debatte über das ÖVP-Abschneiden zu einem „starken Symbol“ entwickelt, begründete Pelinka seine Einschätzung.
Ein Verlust der relativen Mehrheit, also des ersten Platzes, wäre hingegen „keine Katastrophe, sondern eine Katastrophe zum Quadrat“, so der Politikexperte. Dass dies eintreten wird, sei für ihn aber „sehr unwahrscheinlich“.
Die Partei weiß, dass sie Stimmen und Mandate verlieren wird.
Anton Pelinka
„Ich gehe davon aus, dass Mattle genügend Vertrauen in der Partei hat. Die Partei weiß, dass sie Stimmen und Mandate verlieren wird. Ein Ergebnis ab 30 Prozent wird darstellbar sein, damit wird Mattle vorerst durchkommen. Ein solcher Absturz ist nicht als Katastrophe interpretierbar, man wird es vielmehr als dessen Vermeidung hinstellen, als relativen Erfolg. Dann wird er innerparteilich wohl zunächst freie Hand bekommen, eine Regierung zu bilden“, so der Politikwissenschafter weiter.
„Loyaler Parteisoldat“
Mattles Vorteil sei zudem: Er werde in der ÖVP als „loyaler Parteisoldat“ wahrgenommen, der sich in einer sehr schwierigen Situation zur Verfügung gestellt habe. Hinzu komme: Pelinka sah in einer solchen Konstellation derzeit niemanden, der sich wirklich aufdrängen und Mattle gefährlich werden könnte. Der mitunter gehandelte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser gelte nicht zuletzt aufgrund diverser medialer Aussagen „nicht unbedingt als parteiloyal.“









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