Die Vorgänge rund um die „Wien Energie“ sind für die Vorarlberger ÖVP eine ausgesprochen dankbare Steilvorlage, um von den eigenen Problemen und Skandalen abzulenken.
Für VP-Klubobmann Roland Frühstück ist die Causa ein glasklarer SPÖ-Skandal. Für das Wegducken der roten Parteispitze hat er kein Verständnis: „Die SPÖ wäre gut beraten, die Fakten auf den Tisch zu legen, anstatt in wirren Rundumschlägen bei jedem die Schuld für das finanzielle Desaster der Wien Energie zu suchen, nur nicht bei sich selbst!“
„An Peinlichkeit kaum zu überbieten“
Es sei an „Peinlichkeit kaum zu überbieten“, dass die Wiener SPÖ-Spitze sich hinter dem Management des Energieversorgers versteckt hätte, anstatt den direkten Kontakt zur Bundesregierung zu suchen. Skandalös sei auch die Tatsache, dass Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ohne Zustimmung des Landtags 1,4 Milliarden Euro der Wien Energie zugeschossen hätte. Frühstück wundert sich in diesem Zusammenhang auch über die Rolle des Koalitionspartners Neos, der diese Vorgehensweise offenkundig akzeptiert hat.
Dass auch die heimischen Illwerke-VKW in eine ähnliche Schieflage geraten könnten, schließt Frühstück aus: „Davon kann aus heutiger Sicht schlicht und einfach nicht die Rede sein: Die Wien Energie ist der einzige Energieversorger, der Strom derart intensiv über die Börse ein- und verkauft, während andere Bundesländer deutlich mehr auf bilaterale Verträge setzen und die meisten davon auch viel mehr eigenen Strom produzieren als die Wien Energie.“
Die SPÖ wäre gut beraten, die Fakten auf den Tisch zu legen, anstatt in wirren Rundumschlägen bei jedem die Schuld für das finanzielle Desaster der „Wien Energie“ zu suchen, nur nicht bei sich selbst!
Roland Frühstück
„Oberkontrolleure im Nationalrat“
Und natürlich lässt es sich Frühstück nicht nehmen, im Lichte der Causa „Wien Energie“ die zahlreichen Skandale seiner Partei zu relativieren: Den „Oberkontrolleuren im Nationalrat“ empfiehlt er, sich den Ungereimtheiten beim Wiener Energieversorger mit der gleichen Verve zu widmen, wie sie es bei jenen U-Ausschüssen, die sich gegen ÖVP richten, tun.
Schließlich wären zwei Millionen Kunden von den Folgen betroffen, somit sei die Reichweite weit dramatischer als bei „anderen Vorkommnissen, wo das Skandalpotenzial deutlich kleiner oder sogar nur herbeigeredet ist“.
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