03.08.2022 13:44 |

Kasachstan überfordert

„Können Öl aus Russland nicht einfach so ersetzen“

Kasachstan in Zentralasien hat mögliche Erwartungen an eine großflächige Ausweitung von Öllieferungen an Europa gedämpft. Die Mengen, die im Westen durch den Verzicht auf russisches Öl wegfielen, könne Kasachstan nicht einfach so ersetzen, sagte der Energieminister der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik, Bolat Aktschulakow, am Mittwoch in der Hauptstadt Nur-Sultan. „Diese Möglichkeit haben wir nicht.“

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Die Ölförderung sei nicht vergleichbar mit einem Wasserhahn, den man einfach weiter aufdrehen könne, um größere Mengen zu erhalten, betonte Aktschulakow. „Um solche Mengen an Öl zu fördern, muss man viel Geld in die Felder investieren und Bohrungen vornehmen“, sagte er. „Das erfordert viel Zeit und Geld.“

Zitat Icon

Um solche Mengen an Öl zu fördern, muss man viel Geld in die Felder investieren und Bohrungen vornehmen.

Bolat Aktschulakow, Energieminister der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik

Noch vor einem Monat hatte Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew der EU Öl- und Gaslieferungen in Aussicht gestellt. „Kasachstan ist bereit, sein Kohlenwasserstoffpotenzial zu nutzen, um die Lage auf den Weltmärkten, darunter in Europa, zu stabilisieren.“

Verbündeter Russlands ziemlich neutral
Wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine haben die EU-Staaten ein Embargo für Tankeröl aus Russland vereinbart, Pipeline-Öl soll aber weiter fließen. Kasachstan wiederum gilt als Verbündeter Russlands, stellt sich aber in Bezug auf die Ukraine nicht klar auf Moskaus Seite. So sorgte Präsident Tokajew etwa Mitte Juni für Aufsehen, als er bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion mit Kremlchef Wladimir Putin erklärte, Kasachstan werde - anders als Russland - die ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk nicht als unabhängige Staaten anerkennen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).