Kritik in Tirol

40 Asylantragsteller aus dem Burgenland übernommen

Tirol
02.08.2022 06:00

Seit Wochen hat das Burgenland - wie berichtet - mit extremen Aufgriffszahlen und Asylantragstellungen nach Einreisen aus Ungarn zu kämpfen. Nun müssen angeblich die Bundesländer einspringen - so etwa auch Tirol.

Bei den Grenzkontrollen im Burgenland sind in diesem Jahr bisher 24.085 Flüchtlinge aufgegriffen worden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das laut Landespolizeidirektion Burgenland mit Stichtag 20. Juli fünfmal so viele Aufgriffe. Mit Stand Montag sind im Burgenland 27.800 Aufgriffe verzeichnet worden, 2021 waren es in Summe 19.938.

2430 Einwanderer allein in Vorwoche
Noch mehr Zahlen gefällig? Am Samstag mussten 591 Migranten in eine Erstaufnahmestelle gebracht und registriert werden. Die ganze vergangene Woche sind 2430 Einwanderer aus Ungarn über die Grenze ins Burgenland gelangt - mehr waren es nur während der Flüchtlingskrise 2015. Das alles stelle die Polizei zwar vor Herausforderungen, „aber 2015 ist weit entfernt“, hieß es.

Bei Nickelsdorf wurde eine temporäre Flüchtlingsbetreuung aufgrund der hohen Zahl an eintreffenden Migranten eingerichtet. (Bild: Christian Schulter)
Bei Nickelsdorf wurde eine temporäre Flüchtlingsbetreuung aufgrund der hohen Zahl an eintreffenden Migranten eingerichtet.

Doch mittlerweile dürften die Polizeibeamten an ihre Grenzen gelangt sein. Denn laut „Krone“-Informanten „reichen im Burgenland die Abarbeitungskapazitäten derzeit nicht mehr aus, mehr als 200 Asylantragstellungen haben am Wochenende in Bundesländern abgearbeitet werden müssen“.

Für Tirol bedeutet das Folgendes: 40 Asylantragsteller habe man am Wochenende übernehmen und bearbeiten müssen. Diese setzen sich angeblich aus Afghanen, Tunesier und Inder zusammen. Sie seien bereits im Polizeianhaltezentrum Innsbruck sowie in Plon und in der PI Innsbruck Fremdenpolizei untergebracht.

Aufgabenfeld für Polizisten angeblich klar definiert 
Auch die Aufgaben für die Beamten seien ganz klar definiert. Dazu zählen zum Beispiel die Erstbefragung der Asylantragsteller sowie die Protokollierung als Asylantragstellung im EDV-System für Asylverfahren.

Die „Krone“ konfrontierte die Tiroler Polizei mit dieser Angelegenheit. Diese verwies wiederum an die zuständige Stelle im Innenministerium. Eine Stellungnahme blieb allerdings bis Redaktionsschluss aus.

139 Übernahmen im ganzen Jahr 2021
Übrigens: Im Vorjahr musste die Tiroler Polizei 139 Asylbearbeitungen im Rahmen der Überlaufregelung nach Aufgriffen im Burgenland zusätzlich bearbeiten. Diese Zahl wird in diesem Jahr wohl überschritten werden.

500 Migranten im Juli von Tirol nach Südtirol
Schauplatzwechsel: Über den Brennerpass sind laut Südtiroler Polizeigewerkschaft im Juli rund 500 Migranten illegal von Tirol nach Südtirol eingereist. In der entgegengesetzten Richtung - also von Italien nach Österreich - wurden lediglich 30 Personen angehalten. Zudem beklage man, dass Österreich zu wenig Grenzkontrollen durchführe. Es gebe „außer Kontrolle geratene Migrationsströme“.

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