01.08.2022 19:07 |

Vergiftungssymptome

Ex-Kreml-Beamter Tschubais auf Intensivstation

In Italien mehren sich die Sorgen um den ehemaligen Putin-Vertrauten Anatoli Tschubais. Wie mehrere Medien berichteten, muss er mit schweren gesundheitlichen Problemen in einer Klinik auf der Mittelmeerinsel Sardinien behandelt werden, wo er zuvor Urlaub gemacht haben soll. Die Umstände der Erkrankung Tschubais‘ führten zu Spekulationen, der ehemalige Kreml-Berater könnte vergiftet worden sein.

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„Das ist natürlich eine traurige Nachricht, wir wünschen ihm baldige Genesung“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag zur Erkrankung Tschubais. Am Sonntag hatte die prominente russische Moderatorin und frühere Präsidentenkandidatin Xenia Sobtschak unter Berufung auf Tschubais‘ Familie geschrieben, der 67-Jährige sei in „nicht stabilem Zustand“ auf eine Intensivstation gebracht worden.

„Ihm wurde schlecht. Seine Arme und Beine erlahmten plötzlich.“ Sobtschaks Angaben zufolge wurde der Raum, in dem sich Tschubais zuletzt aufhielt, von „Spezialisten in Chemie-Schutzanzügen“ untersucht.

Verdacht auf Vergiftung wird untersucht
Angesichts dieser Beschreibungen entbrannten in sozialen Netzwerken Spekulationen darüber, ob der einstige Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin möglicherweise vergiftet worden sein könnte. Auch die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ schrieb, es werde einem Vergiftungsverdacht nachgegangen. Mögliche Ursache von Tschubais‘ Unwohlsein könne aber auch eine seltene Nervenkrankheit sein, hieß es.

„Ruf des Kremls“ eilt voraus
In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle von vergifteten Kreml-Gegnern - darunter der bekannte russische Oppositionelle Alexej Nawalny, der 2020 nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebte. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch äußerte sich nun auch direkt zum erkrankten Tschubais: „Das also ist der Ruf des Kremls: Niemand hat größere Zweifel daran, dass Tschubais vergiftet wurde“, schrieb sie auf Twitter.

Tschubais hatte das Amt als Kreml-Sonderbeauftragter, das er 2020 übernahm, Ende März dieses Jahres niedergelegt - rund einen Monat nach Russlands Einmarsch in die Ukraine. Medienberichten zufolge war er mit Putins Krieg nicht einverstanden. Aus dem Kreml hieß es damals lediglich, Tschubais sei „auf eigenen Wunsch“ gegangen.

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