01.08.2022 06:00 |

Immer mehr Aufgriffe

Knapp 600 Migranten an nur einem einzigen Tag

Im Dauereinsatz waren das Bundesheer und die Polizei am Wochenende an der Grenze im Burgenland. An einem Tag wurden fast 600 Migranten registriert - das ist die höchste Zahl an Aufgriffen seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015. Mehr als 160 Schlepper wurden heuer bereits gefasst.

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Der Flüchtlingsstrom fließt unaufhörlich. Woche für Woche klettert seit Monaten die Zahl an Aufgriffen nach oben. In die Höhe geschnellt ist das Aufkommen am vergangenen Samstag. In nur 24 Stunden sind exakt 591 illegale Einwanderer aus Ungarn nach Österreich gelangt.

„Das ist ein neuer Spitzenwert, so viele Aufgriffe an einem einzigen Tag hatten wir heuer noch nie und auch nicht seit 2015, dem Jahr der großen Flüchtlingswelle“, heißt es aus der Einsatzzentrale.

Kein Ende in Sicht
„Die angespannte Situation wird sich weiter zuspitzen“, sind sich Lagebeobachter einig. Sie rechnen mit einem weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen. „Millionen von Migranten warten Hunderte Kilometer weiter östlich in Lagern und Verstecken auf ihre Flucht. Die Vorbereitungen dafür sind voll im Gang. Der Ansturm wird kommen“, sagt ein Ermittler vor Ort. 

Die Folgen der weltweiten Migrationsbewegungen sind hierzulande längst spürbar. 591 Aufgriffe an einem einzigen Tag, davon 290 allein in den Hotspots des Bezirkes Oberpullendorf wie Deutschkreutz und Nikitsch - diese Fakten sprechen eine klare Sprache. Besonders erschüttert sind viele Burgenländer von dem schweren Schicksal der Kinder aus Krisenregionen.

Die Sorge wächst
Wie berichtet, schlagen sich immer mehr Minderjährige - ganz auf sich allein gestellt - bis nach Österreich durch. Zuletzt sind zwei syrische Buben, erst zehn und zwölf Jahre alt, in Nikitsch gefunden worden. Helfer kümmern sich nun in einer burgenländischen Betreuungseinrichtung um die beiden. Heftige Reaktionen löste ebenso ein Vorfall in Deutschkreutz aus. Ein Migrant hatte eine Soldatin mit der Faust brutal ins Gesicht geschlagen.

Erfolgreich verläuft der Kampf gegen die organisierte Schlepperkriminalität. Mehr als 160 Täter wurden heuer schon festgenommen.

Viel Arbeit an Grenze
Hektisches Treiben herrscht inzwischen rund um das Zeltlager und die Erstaufnahmestelle in Nickelsdorf. 300 Migranten mussten am Sonntag von der Polizei betreut und alle Neuankömmlinge registriert werden. Ein Beamter: „Von hier werden die Asylwerber dann mit Bussen in die Bundesländer gebracht und auf die vorhandenen Quartiere aufgeteilt.“ 

Christian Schulter
Christian Schulter
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