28.07.2022 15:39 |

Hitlers Hetzschrift

Kritische Ausgabe von „Mein Kampf“ nun auch online

Die kritische „Mein Kampf“-Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) aus München ist ab sofort auch kostenlos im Internet verfügbar. Die nach jahrelanger Arbeit im Jahr 2016 veröffentlichte, kommentierte Edition von Adolf Hitlers Hetzschrift kann nun online komplett gelesen werden.

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Nach deren Erscheinen (siehe Video oben) sei „vielfach der Wunsch geäußert“ worden, sie auch im Internet zugänglich zu machen.

„Aufklärung im besten Sinne"
„Damit setzen wir gerade den seit Langem im Netz kursierenden ‘Mein Kampf‘-Versionen aus häufig sehr zweifelhaften Quellen einen seriösen, wissenschaftlich fundierten Referenzpunkt entgegen“, so IfZ-Direktor Andreas Wirsching. Das Institut leiste damit „politisch-historische Aufklärung im besten Sinne“.

Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste
Gegen das Projekt der kritischen Ausgabe hatte es vor Veröffentlichung der gedruckten Version Widerstand unter anderem von Charlotte Knobloch gegeben, der Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Der Lehrerverband und die damalige Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hatten dagegen vorgeschlagen, Auszüge aus der Edition im Unterricht zu lesen. Nach der Veröffentlichung schaffte es das Buch auf Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste.

Gewinn aus Verkauf des Buches gehen an Stiftung
Die von Hitler verfasste antisemitische und rassistische Streitschrift erschien erstmals 1925/1926. Ab 1949 wurde der Nachdruck vom Freistaat Bayern verboten, bei dem die Urheberrechte bis zum 31. Dezember 2015 lagen. Seitdem sind in mehreren Ländern wissenschaftliche und editorische Ausgaben erschienen. Die Gewinne aus dem Verkauf der französischen Edition kommen der Stiftung Auschwitz-Birkenau zugute.

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