Ende Juni haben sich auf einem Campingplatz in Keutschach in Kärnten tragische Szenen abgespielt: Ein 20-jähriger Niederösterreicher wurde bei einem Cobra-Einsatz von einem Beamten angeschossen. Nun liegt ein Bericht vor, der bestätigt, dass der junge Mann unbewaffnet war.
Der 20-Jährige hatte sich in einem Damen-WC verschanzt, dabei drohte er sich selbst zu verletzten. Als ihm Rettungskräfte Hilfe anboten, eskalierte die Situation: Der Mann drohte der Rettung mit einer angeblichen Schusswaffe, woraufhin die Cobra ausrückte. Bei der Festnahme fielen zwei Schüsse, die ein Cobra-Beamter auf den 20-Jährigen abfeuerte. Der Schwerverletzte, der im Hüft- und Schulterbereich getroffen wurde, musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Nun liegt der erste Bericht zum Einsatz vor: Zwar wurden die Cobra-Beamten noch nicht zum Vorfall einvernommen, fest steht aber, dass der Niederösterreicher unbewaffnet war. „Der Mann hatte keine Schusswaffe bei sich!“, so Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse. Wie es trotzdem zu den Schüssen kommen konnte, wird genauer untersucht werden. Denn Waffe hatte er zwar keine, dafür soll er aber eine Rasierklinge bei sich gehabt haben, mit der er sich auch selbst in der Damentoilette verletzt hatte.
Ermittlungen gegen Beamten eingeleitet
Um die Umstände zu klären, wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Beamten eingeleitet. Frimmel-Hesse: „Es geht um den Verdacht der schweren Körperverletzung durch einen Beamten.“ Dieses Delikt wäre mit bis zu siebeneinhalb Jahren Haft bedroht!
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