24.06.2022 10:20 |

Politischer Islam in Ö

Prediger: „Polizei arbeitet für die Ungläubigen“

700.000 Muslime leben in Österreich. Vertreter aus den unterschiedlichsten Strömungen versuchen auf sie Einfluss zu nehmen. Die Dokumentationsstelle „Politischer Islam“ hat nun ihren ersten Jahresbericht für 2020/21 veröffentlicht. Dabei wurden die unterschiedlichen religiösen Strukturen und ihr Einfluss auf unsere Gesellschaft genauer untersucht.

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Mit Spannung wurde der erste Jahresbericht der Dokumentationsstelle „Politischer Islam“ erwartet. Dabei werden verschiedene Einrichtungen und Verbände, die unter dem Deckmantel der Religion agieren, wissenschaftlich analysiert. Unter den verbreiteten Ideologien verbirgt sich oft radikaler Nationalismus, Antisemitismus und die Befürwortung von Gewalt.

Die unterschiedlichen Akteure verfügen bereits über starken Einfluss in Österreich und unterhalten enge Bände zu ausländischen Gruppierungen, Ideologien und politischen Einscheidungsträgern.

Hassprediger und Nazi-Literatur
Diese probieren ihrerseits Einfluss auf hier lebende Muslime auszuüben. Dabei wird oft versucht, den muslimischen Teil von der übrigen Bevölkerung zu separieren. So fielen zwei Imame auf, die in einer Moschee in Wien-Alsergrund zwar in unregelmäßigen Abständen, aber immerhin über ein Jahr lang, beim Freitagsgebet als Hassprediger in Erscheinung traten.

„Sollte man einen Konflikt untereinander haben, dann sollte man nicht die Polizei rufen, selbst wenn der Polizist ein Moslem wäre, denn dadurch, dass er für die Ungläubigen arbeite, ist es nicht okay“, war eine der Aussagen.

Nach Gesprächen mit der islamischen Glaubensgemeinschaft war das Duo im Gebäude des ehemaligen Afro-Asiatischen-Instituts nicht mehr gesehen.

Fakten

  • Muslimbruderschaft, gegründet 1928 von Hasan al-Banna in Ägypten - sie strebt an, die westliche Kultur und Lebensweise friedlich zu überwinden und durch ein islamisches System zu ersetzen.
  • Milli Görüs: Gründer Necmettin Erbakan war Mentor von Recep Tayyip Erdoğan: Ziel ist, das laizistische Gesellschaftsmodell zu unterminieren, um einen Staat gemäß islamischer Werte und Normen zu etablieren.
  • Graue Wölfe: Gründer Alparslan Türkeş idealisierte das sunnitische Türkentum und formte eine Ideologie, basierend auf rassistischem Nationalismus, Antikommunismus und einem Führerprinzip.
  • ATIB: Türkisch-Islamische Union. Gilt als verlängerter Arm der AKP, zählt 100.000 Mitglieder in Österreich und betreibt 72 Moscheen. Gülen-Bewegung: Die ideale Gesellschaft nach Gülen orientiert sich, wie im Osmanischen Reich, an den Gesetzen der Religion.  Für Salafisten ist die Lebensweise der ersten Muslime nachahmenswert.

Nazi-Literatur auf Türkisch
Bedenklich seien weiters Bücher einer Wiener Buchhandlung: Da steht neben altbekannten Klassikern, wie Werken von Hasan al-Bannā (Gründer der Muslimbruderschaft) oder Sayyid Qutb (einflussreicher Theoretiker der ägyptischen Muslimbruderschaft) Nazi-Literatur in türkischer Sprache.

Unter anderem findet sich ein Buch des französischen Holocaust-Leugners Roger Garaudy mit dem Titel „Israel Mythen und Terror“, oder ein Cover von Joseph Goebbels mit Hakenkreuz. Der Inhalt ist eine unkommentierte Auswahl seiner Reden und Schriften. Der Besitzer des Verlages ist Funktionär der islamistischen Saadet-Partei.

Martina Münzer-Greier
Martina Münzer-Greier
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