21.05.2022 09:53 |

Nach Fall in Schweden

Affenpocken als gemeingefährlich eingestuft

Die Affenpocken greifen weiter um sich: In mehreren europäischen Ländern wurden neue Fälle gemeldet, die WHO warnt vor einer weiteren Ausbreitung. Nach dem ersten bestätigten Fall einer Affenpocken-Infektion in Schweden hat die Regierung des Landes die seltene Viruserkrankung als für die Allgemeinheit gefährlich eingestuft. „Die Einstufung ermöglicht es, Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern“, erklärte Sozialministerin Lena Hallengren.

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„Wichtig ist auch, dass die Informationen Risikogruppen erreichen und dass die Gesundheitsdienste darauf vorbereitet sind, Verdachtsfälle zu behandeln und zu verfolgen“, betonte die Ministerin. In Schweden war am Donnerstag der erste Fall von Affenpocken im Großraum Stockholm registriert worden.

Ausbruch auf Fetisch-Festival
Indes wurden auch in Belgien und Spanien mehrere Infektionen bestätigt. Die Affenpocken-Fälle in Belgien hängen offenbar mit einem großen Fetisch-Festival in Antwerpen zusammen. Die Organisatoren Darklands Festival erklärten am Freitag, dass die Behörden die Ansteckungen mit dem Festival in Verbindung gebracht hätten. Das Darklands-Festival fand Anfang Mai statt und richtet sich nach Veranstalter-Angaben an die „verschiedenen Gruppen der schwulen Fetisch-Community“. Belgien hat bisher drei Affenpocken-Fälle offiziell bestätigt.

In Spaniens Hauptstadt Madrid musste eine Sauna für Homosexuelle wegen eines mutmaßlichen Zusammenhangs mit einem Affenpocken-Ausbruch vorübergehend schließen. Der Sauna-Club „El Paraíso“ werde als „Vorsichtsmaßnahme“ in den nächsten Tagen geschlossen bleiben, teilten die Betreiber am Freitag auf Twitter mit. Die Behörden hätten 21 bestätigte Fälle und 19 Verdachtsfälle registriert, sagte Enrique Ruiz Escudero, ein Vertreter der Gesundheitsbehörden der Region Madrid. Die meisten positiv Getesteten hätten eine Verbindung zu der Sauna.

Die vor allem in Zentral- und Westafrika verbreiteten Affenpocken wurden seit Anfang Mai in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern nachgewiesen. Nach ersten Fällen in Großbritannien gab es auch Meldungen aus den USA und mehreren europäischen Ländern. In Österreich wurde bisher kein Fall gemeldet.

WHO warnt vor Ausbreitung in Europa
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer Ausbreitung der Affenpocken in Europa. Der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, sagte am Freitag, er sei besorgt, dass sich die Ausbreitung des Virus in den Sommermonaten in der Region beschleunigen könnte. Massenveranstaltungen, Festivals und Partys könnten die Übertragung vorantreiben. Außerdem seien vielen Menschen die Symptome unbekannt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bisher vor allem schwule oder bisexuelle Männer.

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