04.07.2011 13:30 |

Aussage verweigert

Den Haag: Mladic aus Gerichtssaal entfernt

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Ratko Mladic hat es am Montag abgelehnt, sich zur Anklage des UNO-Tribunals in Den Haag zu äußern. Die von ihm gewählten Anwälte seien vom Tribunalssekretariat noch nicht bestätigt worden, sagte der einstige Militärchef der bosnischen Serben. Draufhin wurde der lautstark protestierende Ex-General wieder abgeführt.

Das Gericht könne tun, was es wolle, erklärte Mladic. Er wolle weder Dokumente des Gerichts in Empfang nehmen noch eine Aussage machen. Der Tribunalssenat stellte darum fest, dass der Angeklagte auf unschuldig plädiert habe. "Ich will ohne meinen Anwalt Milos Saljic nichts sagen", meinte Mladic nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Senatsvorsitzenden, Richter Alphons Orie, auf die Frage, ob er sich zu Anklage äußern wolle.

Der Tribunalssenat ordnete daraufhin die Entfernung des Angeklagten aus dem Gerichtssaal an. "Ihr gebt mir kein Recht, mich zu verteidigen. Ihr seid kein Gericht, ihr ermöglicht mir nicht zu atmen", protestierte Mladic, als er aus dem Gerichtssaal abgeführt wurde.

Mladic: Vorwürfe "abscheulich" und "monströs"
Das Kriegsverbrechertribunal wirft Mladic in elf Punkten Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs der Jahre 1992 bis 1995 vor. Der Ex-General wurde am 26. Mai nach fast 16-jähriger Flucht in Serbien gefasst und wenige Tage später nach Den Haag überstellt.

Er wird vor allem für das Massaker von Srebrenica mit etwa 8.000 Toten und die 44 Monate dauernde Belagerung Sarajevos verantwortlich gemacht. Bei der Vorlage der Anklageschrift Anfang Juni hatte der auch als "Schlächter vom Balkan" bekannt gewordene Berufssoldat die Vorwürfe als "abscheulich" und "monströs" bezeichnet.

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