04.05.2022 14:51 |

Nach Lärmmessung

Initiative will die ÖBB jetzt sogar anzeigen

Bereits seit Jahren kämpft die Initiative „Stop den Bahnlärm“ gegen die akustische Umweltverschmutzung in der Wörthersee-Region. Nun verdeutlichen sogar offizielle Lärmmessdaten der ÖBB, das nichts an einer alternativen Güterbahntrasse vorbeiführe. Es kommt sogar zu einer Anzeige...

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„Die aktuellen Messdaten bestätigen einmal mehr, dass die Maßnahmen an der Bestandsstrecke nicht ausreichen werden, um die Bevölkerung vor dem Güterbahnlärm zu schützen. Es führt kein Weg an einer eigenen Güterbahntrasse vorbei“, stellt sich Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig hinter die Initiative. 

Der Messbericht zur im Herbst 2020 von den ÖBB und dem Land Kärnten in Betrieb genommenen Messstelle an der Bahnstrecke in Velden zeige zwar eine Lärmreduktion, diese sei jedoch zu gering.

Maßnahmen verringerten Lärm um 1 Dezibel
Der direkt an den Gleisen gemessene Vorbeifahrtspegel - eines einzelnen Güterzuges - ist im Schnitt 2021 um 1 Dezibel geringer als 2020 und von 88 auf 87 Dezibel gesunken.

„Dieser Rückgang ist auf die weiter fortschreitende Umstellung auf leise Güterwagons zurückzuführen. 2021 waren rund 83 Prozent der Güterwagons am Wörthersee ,leise‘ Wagen. Durch die Komplettumstellung von 100 Prozent lauten auf 100 Prozent leisen Güterwagen sinkt der Vorbeifahrtspegel pro Zug um rund 10 Dezibel, das entspricht der Halbierung des wahrgenommenen Lärms direkt an der Strecke“, heißt es seitens der ÖBB.

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Damit sind Aussagen zur Schall-Emission von Güterzügen möglich. Um eine Beurteilungsgröße für die Belästigung durch Schienenverkehr zu erhalten, werden alle Vorbeifahrten berücksichtigt und die Schall-Immissionen als Beurteilungspegel dargestellt.

Ziviltechniker Christian Kirisits

Bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus
Die bisher gesetzten Lärmschutzmaßnahmen - wie leise Waggons und Wände - würden mittelfristig jedoch nicht ausreichen. Sowohl die Kärntner Politik als auch die Bürgerinitiative fordern von Bund und ÖBB aus diesem Grund, endlich die Umfahrung in den Rahmeninvestitionsplan aufzunehmen. Bereits 2025 wird der Güterverkehr durch die Koralmbahn weiter steigen.

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Die 200.000 lärmgeplagten Anrainer und der Tourismus brauchen eine langfristige Entlastung, kein Vertrösten oder Schönreden der aktuellen Situation. Ich stehe voll hinter den lärmgeplagten Kärntnern.

Landesrat Sebastian Schuschnig

Schuschnig attackiert Verkehrsministerin Gewessler
Landesrat Schuschnig kritisiert zudem scharf, dass Verkehrsministerin Leonore Gewessler bislang kein Bekenntnis für eine Umfahrungstrasse abgegeben habe, sondern Kärnten weiter vertröste. Auch die Planungen wurden bisher nicht wieder aufgenommen. Das Klimaministerium will sogar erneut eine weitere Evaluierung abwarten, um über eine Wiederaufnahme der Planungen überhaupt erst zu beraten.

Anzeige gegen ÖBB und Einschaltung der Volksanwaltschaft
Die Initiative „Stop den Bahnlärm“ geht sogar einen Schritt weiter: „Wir werden die Österreichischen Bundesbahnen wegen dieser Lärmbelästigung anzeigen und auch die zuständige Ministerin in die Pflicht nehmen und die Volksanwaltschaft einschalten. Wir fordern die Einhaltung der Lärmgrenzwerte der Weltgesundheitsorganisation durch die ÖBB und die Weiterplanung und Umsetzung einer Güterbahn-Umfahrung des Kärntner Zentralraums - also von Klagenfurt, dem Wörthersee und Villach zum Schutz der Gesundheit der 200.000 betroffenen Kärntner“, heißt es in einer Aussendung. 

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