Tests vielversprechend

Impfstoff aus Wien könnte vor Omikron schützen

Wissenschaft
05.04.2022 11:41

Ein an der Medizinischen Universität (MedUni) Wien entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus wirkt offenbar auch gegen alle bisher bekannten Varianten des Erregers SARS-CoV-2 inklusive Omikron, und das auch bei Menschen, die bisher keinen Impfschutz aufbauen konnten. Das hätten jedenfalls präklinische Test gezeigt, so Forscher um Rudolf Valenta von der Abteilung für Immunpathologie am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung.

Beim neu entwickelten Impfstoff handle es sich um eine Kombination aus einem Corona- und einem Hepatitis-B-Vakzin. Es ziele auf die sogenannten Rezeptorbindungsdomänen (RBD; sie sind verantwortlich für die Bindung des Virus an die befallene Zellen, Anm.) des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 ab und rege sowohl im Tiermodell und als auch im humanen Test eine robuste und einheitliche IgG-Antikörperreaktion an, berichten die Wissenschaftler. Durch diese wird das Andocken und Eindringen des Virus in die Körperzellen verhindert, sodass es zu keiner Infektion mit Covid-19 kommt.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Coronavirus SARS-CoV-2 (orange) (Bild: NIAID-RML)
Elektronenmikroskopische Aufnahme des Coronavirus SARS-CoV-2 (orange)

„Unsere Daten lassen hoffen, dass dieses leicht herstellbare eiweißbasierte Impfantigen gegen alle bisher bekannten SARS-CoV-2-Varianten inklusive Omikron wirken wird“, erklärt Studienleiter Valenta. Außerdem erwartet er, dass das Vakzin auch bei jenen Menschen wirkt, die bis dato nicht auf Impfungen angesprochen und keine Immunantwort aufgebaut haben.

Für alle Alters- und Risikogruppen geeignet
„Der Impfstoff ist darauf ausgelegt, wiederholte Injektionen zum Aufbau einer nachhaltigen sterilisierenden Immunität möglich zu machen, könnte in allen Alters- und Risikogruppen zum Einsatz kommen und scheint den bisher erhältlichen Impfstoffen bezüglich der Induktion neutralisierender Antikörper überlegen zu sein“, wird Valenta in einer Aussendung der MedUni Wien zitiert.

Eine frühere Studie von Forschern um Valenta hatte ergeben, dass rund 20 Prozent der von einer Erkrankung mit Covid-19 Genesenen keine RBD-spezifischen Antikörper bilden konnten und somit dem Risiko einer neuerlichen Infektion ausgesetzt waren. Nur Menschen, die sich mit einer dritten Corona-Impfung haben immunisieren lassen, bilden Antikörper, die auch Omikron teilweise blockieren können.

3D-Darstellung des Covid-Erregers SARS-CoV-2 (Bild: NIAID-RML, krone.at-Grafik)
3D-Darstellung des Covid-Erregers SARS-CoV-2

Eine Studie zeigte, dass der entscheidende Immunschutz, der das Andocken und Eindringen in die Körperzellen verhindert, nur dann entsteht, wenn man Antikörper speziell gegen die gefaltete Rezeptorbindungsdomäne (RBD) des Spike-Proteins (Bild oben) bilden kann. Diese Andockstelle ändert sich demnach auch bei Mutationen des Coronavirus nicht wesentlich.

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