Di, 23. Oktober 2018

Bei MA42-Rodung

29.05.2011 18:39

In Brutzeit Baum gefällt: Jungspechte im Prater getötet

Vogelmord im Wiener Prater – und die Täter sind Mitarbeiter der für die Stadtgärten zuständigen MA 42! Sie fällten einen mächtigen, alten Baum, in dem junge Spechte von ihren Eltern aufgezogen wurden. Die Vogelbabys hatten keine Überlebenschance. Der Specht gehört bei uns zu den streng geschützten Tieren.

Der Baum stand beim Heustadlwasser, rund 150 Meter von der Hauptallee entfernt. Immer wieder beobachteten Vorübergehende, wie Spechteltern ihre Jungen fütterten, die in dem Stamm lebten. Das laute Gezwitscher der immer hungrigen Vogelbabys war weit im Umkreis zu hören.

Ein Spaziergänger: "Ich habe diese Idylle in den Mittagsstunden beobachtet. Als ich am Abend wieder vorbeikam, war der Baum gefällt worden und hatte eine breite Schneise in den Auwald geschlagen. Von den Spechten gab es weit und breit keine Spur mehr." Mitarbeiter der MA42 hatten keine Rücksicht auf die kleinen Vögel in der Bruthöhle genommen.

Strafe von bis zu 21.000 Euro droht
Der Mann wandte sich an die Naturwacht, die ihm bestätigte, dass die Spechte zu den streng geschützten Tieren zählen. Und wer sie tötet, Eier absichtlich zerstört, beschädigt oder wegnimmt, der muss mit einer Strafe bis zu 21.000 Euro rechnen.

Anton Reisner von der Wiener Naturwacht: "Wir wundern uns selbstverständlich, dass gerade während der Brutzeit von offensichtlich nicht fachkundigem Personal Fällungen durchgeführt wurden. Die Küken hatten keine Überlebenschance, da neben Krähen auch Marder, Füchse und Katzen in diesem Gebiet leben."

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.