Quotenflop

„Soko Linz muss ja keine Tourismuswerbung sein“

Oberösterreich
13.03.2022 10:00

„Langweilige Handlung, blasse Schauspieler, schlechte Tonqualität, katastrophale Darstellung der Stadt“ - die „Soko Linz“-Seher sparen auch nach Folge sechs nicht mit harscher Kritik zur Serie. Ein Umstand, den der Linzer SPÖ-Stadtchef Klaus Luger nicht versteht: „Ich habe da einen völlig anderen Zugang, mir gefällt’s!“

Groß waren die Erwartungen, noch größer ist nun die Ernüchterung: Seit dem Serienstart am 1. Februar hat „Soko Linz“ bereits mehr als die Hälfte der Seher eingebüßt. 869.000 waren es noch zur Premierenfolge, vergangenen Dienstag verfolgten lediglich noch 417.000 „Soko“-Fans das neue Ermittler-Duo Haizinger/Halberg. Die Serien-Macher wollten eigentlich nach 20 Staffeln Mördersuche die Edelweiß-Optik im Tiroler Kitzbühel gegen den industriell geprägten Großstadtcharme von Linz tauschen. Doch bei den Zusehern fiel das Ergebnis – siehe auch Umfrage links – bisher völlig durch.

Herbe Kritik ebbt auch nach Folge 6 nicht ab
Vor allem in den sozialen Medien machen Krimi-Fans aus ganz Österreich ihrem Ärger Luft. Die Postings gleichen sich nahezu alle: „Fader geht es kaum“, „vor allem das Nuscheln der Chefinspektorin ist schwer zu verstehen, aber auch sonst ist die Tonqualität schlecht“ oder „die gezeigten Bilder von Linz sind der Stadt nicht würdig“. Letzteres stört vor allem viele „Landeshauptstädtler“, die meinen, dass ihre City mehr zu bieten hat, als das, was bisher vielleicht mehr schlecht als recht ins Bild gerückt wurde.

Krimiserie ist keine Werbung
Im vergangenen Sommer gab’s ähnliche Diskussionen. Viele „Krone“-Leser erinnern sich bestimmt noch an das Video des Linzer Tourismus, das die Stadt „ohne Schnickschnack und Klischees“ ungeschönt zeigte. Damals fand etwa Bürgermeister Klaus Luger eher harsche Worte: „Ich finde den Spot hochgradig misslungen.“ Angesprochen auf die Serie meint er aber: „Das ist was völlig anderes. ,Soko Linz‘ sehe ich nicht als Tourismuswerbung. Es geht um eine Krimiserie, da ist die Idylle selten schön. Mir gefällt die Sendung. Ich mag es weniger laut, verstehe aber, wenn manche gerne etwas mehr Action hätten.“

„Soko“ nun auch Thema im Linzer Gemeinderat
Kommenden Donnerstag muss sich Luger im Gemeinderat zur Serie äußern. FP-Gemeinderätin Ute Klitsch hat dem Bürgermeister im Vorfeld sieben Fragen zur Beantwortung zukommen lassen. Sie will etwa wissen, ob Geld- oder Naturalsubventionen geflossen seien oder man Einfluss auf die Ausrichtung der Serie oder die Auswahl der Drehorte hatte. Für den Stadtchef eine skurrile Anfrage: „Natürlich habe ich nicht ins Drehbuch eingegriffen!“ Der „Krone“ teilte er vorab mit: „Seitens der Stadt sind keinerlei Gelder geflossen.“

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