Fr, 14. Dezember 2018

Libyen-Krieg

26.05.2011 07:19

NATO-Piloten wegen Trunkenheit abberufen

Zwei an den NATO-Luftangriffen gegen Libyen beteiligte britische Kampfpiloten sind wegen Trunkenheit in ihre Heimat zurückbeordert worden. Die beiden Soldaten, deren Verhalten nicht den "hohen Kriterien" der Royal Air Force entspreche, könnten "intern belangt" werden, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch mit.

Die Piloten waren auf dem italienischen Luftwaffenstützpunkt Gioia del Colle stationiert. Von dort aus beteiligt sich Großbritannien mit mehreren Kampfflugzeugen an den Luftangriffen auf Libyen. Medienberichten zufolge tranken die beiden Briten in einem italienischen Hotel Ende März dermaßen viel Alkohol, dass sie nicht mehr imstande waren, ihre Maschinen zu steuern.

Die Royal Air Force habe bis auf Weiteres den Konsum von Alkohol für Mitglieder der Luftwaffe im Mittelmeergebiet untersagt. Der britische Premierminister David Cameron hatte den Luftwaffenstützpunkt Anfang April besucht und dabei die "eindrucksvolle Arbeit" der Soldaten gewürdigt.

Erneut Angriffe der NATO auf Tripolis
Indes hat es in der Nacht auf Donnerstag in der libyschen Hauptstadt Tripolis nach Regierungsangaben erneut mehrere Explosionen gegeben. Ein libyscher Regierungssprecher sagte, NATO-Flugzeuge hätten eine Schule getroffen. Ein NATO-Sprecher sagte nach CNN-Angaben, er könne dies nicht bestätigen.

Am Dienstag hatte die NATO die schwersten Luftangriffe auf Tripolis seit Beginn des Militäreinsatzes Mitte März geflogen. Der libyschen Regierung zufolge wurden drei Menschen getötet und etwa 150 weitere verletzt.

USA versorgen Verbündete mit Munition
Die USA haben am Mittwochabend erstmals öffentlich erklärt, dass sie die am NATO-Einsatz gegen Libyen beteiligten Länder mit Munition versorgen. Pentagon-Sprecher David Lapan teilte mit, dass die US-Armee den Verbündeten "Material, darunter Munition" für den Einsatz gegen die Truppen des libyschen Machthabers Muammer al-Gadafi zur Verfügung gestellt habe.

Einigen der am NATO-Einsatz beteiligten Länder waren zuletzt Munitionsvorräte und Ersatzteile ausgegangen. Laut Lapan stellten die USA seit der Kommandoübernahme durch die NATO am 1. April Material und technische Hilfe im Wert von 24,3 Millionen Dollar zur Verfügung.

Libysche Regierung beklagt sich bei UNO
Bereits am Dienstag hatte sich Libyen bei den Vereinten Nationen über die seit fast zehn Wochen andauernden Luftschläge der NATO beschwert. Ministerpräsident Al-Baghdadi Al-Mahmoudi habe in einem Telefongespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon am Dienstagabend seine "größte Sorge" wegen der Angriffe ausgedrückt, wie die Vereinten Nationen am Mittwoch in New York mitteilten.

Ban betonte gegenüber Mahmoudi, dass Libyen einen sofortigen Waffenstillstand brauche. Nötig seien ernsthafte Verhandlungen für einen Übergang zu einer Regierung, die die wirkliche Unterstützung des Volkes habe. Ban kündigte an, seinen Sonderbotschafter, den früheren jordanischen Außenminister Abdul Ilah Khatib, in Kürze wieder nach Libyen zu entsenden.

Premier will Waffenstillstand vorschlagen
Wie die britische Zeitung "Independent" am Donnerstag berichtete, will Mahmoudi der internationalen Gemeinschaft einen von der UNO überwachten Waffenstillstand vorschlagen. Unter Berufung auf ein Schreiben des Regierungschefs hieß es, die libysche Führung sei zu bedingungslosen Gesprächen mit den libyschen Rebellen bereit. "Das Libyen der Zukunft wird bedeutend anders sein als noch vor drei Monaten", heißt es in dem Papier. Um diesen Prozess nun zu beschleunigen, sei es wichtig, "die Kämpfe einzustellen, Gespräche zu beginnen und uns auf eine neue Verfassung zu einigen".

"Der Kreislauf der Gewalt muss durch einen Kreislauf der Versöhnung ersetzt werden", zitierte der "Independent" weiter aus dem Schreiben Mahmoudis. Dazu müssten beide Seiten an dem Versöhnungsprozess teilnehmen, der zudem Amnestien und Entschädigungen für die Opfer des Konflikts vorsehe. Die libysche Führung sei ihrerseits bereit, zur Vermittlung eines Waffenstillstands und bei Diskussionen über eine neue Verfassung beizutragen.

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