20.02.2022 16:30 |

Hinter den Erwartungen

Olympia 2022: Die internationalen Flops

Aus österreichischer Sicht waren es höchst erfolgreiche Olympische Winterspiele in Peking. International blieben aber einige Athleten hinter den Erwartungen zurück. Wir listen die internationalen Flops in China auf.

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Thomas Bach: Der Präsident des IOC betonte stets, dass Olympia unpolitisch sein müsse, und fand kein einziges kritisches Wort zu Menschenrechtsverletzungen oder der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong von Gastgeber China. In der Bilanz-Pressekonferenz gab es von Bach überschwängliches Lob. „Die Spiele waren ein Traum für Chinas Präsident Xi Jinping, aber ein Alptraum für die Menschenrechte“, teilte indes Human Rights Watch mit.

Ct-Wert: Corona zerstörte die Medaillenträume von vielen Sportlerinnen und Sportlern. Sara Marita Kramer, die große Favoritin im Skispringen, konnte aufgrund eines positiven Tests unmittelbar vor der Spielen die Reise nach Peking nicht antreten. Snowboarderin Sabine Schöffmann musste in China ins Quarantäne-Hotel, anstatt ihren Parallel-Bewerb bestreiten zu können. Kombi-Goldfavorit Jarl Magnus Riiber wurde während der Spiele negativ, gewann beim Großschanzen-Bewerb das Springen, verlief sich aber in der Loipe. Im Teambewerb war er nicht mit dabei.

Mikaela Shiffrin: Peking wurde zu einem Alptraum für die Ausnahme-Skiläuferin, fünf Einzel- und ein Teambewerb, keine Medaille. In ihrer Paradedisziplin Slalom schied die US-Amerikanerin nach fünf Sekunden aus, im Riesentorlauf nach elf Sekunden. Nach Zielankünften in Super-G und Abfahrt kam sie als Gold-Kandidatin auch im Kombi-Slalom nicht korrekt durch die Tore. In den Sozialen Netzwerken erntete die US-Amerikanerin Häme und Spott. Zum Abschluss blieb dem US-Team mit Shiffrin im Mixed-Teambewerb auch nur Rang vier.

Kamila Walijewa: Die 15-jährige Russin Kamila Walijewa durfte trotz eines Dopingvergehens und nach Entscheidung des Sportgerichtshof CAS im Eiskunstlauf-Einzel antreten. Die Nerven versagten, die Goldfavoritin landete nur auf Platz vier und wurde von ihrer Trainerin mit harschen Worten empfangen. Da machte sich sogar IOC-Präsident Thomas Bach seine Gedanken: „Alles das vermittelt bei mir kein besonderes Vertrauen in dieses Umfeld von Kamila - weder in Bezug auf die Situation, die in der Vergangenheit sich abgespielt hat, noch die Zukunft.“

Eiseskälte: An den meisten Tagen regierte strahlender Sonnenschein und nach den heftigsten Schneefällen seit mehr als zehn Jahren verwandelte sich die Bergregion in ein Winter-Wonderland - gut für die TV-Bilder und für Gemüt. Dennoch: die klirrende Kälte mit Temperaturen bis minus 25 Grad sowie der Eiswind machten allen Beteiligten zu schaffen, gefährdeten die Gesundheit der Athletinnen und Athleten und sorgten für Verschiebungen.

Hier Österreichs Tops und Flops:

Quarantäne-Hotels: Erst nach einem Aufschrei diverser corona-positiver Sportler via Sozialer Netzwerke aus ihren Quartieren gab es adäquate Unterkunfts- und Verpflegungsverbesserungen in den Quarantäne-Hotels. Schwankende Ct-Werte sorgten in einigen Fällen für den Jojo-Effekt: Rein ins Quarantäne-Hotel, raus und wieder rein.

Gastlichkeit: Wie erwartet war der Spielraum in der großen Olympia-Blase klein. Aber muss man Medien-Hotels wie Gefängnisse einzäunen und bewachen? Kann man die Bus-Pläne für die weit auseinanderliegenden Hotels und Venues in den Bergen nicht besser aufeinander abstimmen und den Beteiligten damit teils stundenlange Wartezeiten in Eiseskälte ersparen? Muss die Verpflegung in den Medienzentren an den Sportstätten wirklich so eintönig sein? Am besten man freundete sich rasch mit den selbst zuzubereitenden Nudelsuppen in den Papierbechern an. Auch der Abschiedsgruß sagt alles: Packen Sie Wasser und Snacks für die Abreise ein, da am Flughafen nichts angeboten wird.

krone Sport
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