Legaler „Schlagstock“

Steyr: Demonstrant verletzt vier Polizisten

6180 Teilnehmer bei Demos der Corona-Maßnahmen-Gegner, zwölf Festnahmen, fünf verletzte Polizisten! Das ist die Bilanz der oberösterreichischen Polizei im noch sehr jungen Jahr 2022. Bei einem „Spaziergang“ am Sonntag in Steyr ging ein 42-Jähriger, der einen ausziebahren Stab mitführte, auf Polizisten los - er verletzte vier von ihnen. Der zuerst vermutete illegale Schlagstock stellte sich nun als legaler ausziebare Fahnenstange heraus.

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„Wenn jemand Waffen zu einer solchen Veranstaltung mitnimmt, überschreitet er eine Grenze“, sagt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Es war die 52. nicht angemeldete und als „Spaziergang“ getarnte Veranstaltung dieser Art in Steyr. Der 42-Jährige zeigte sich schon bei einer Kontrolle wegen der FFP2-Maskenpflicht rabiat, hatte gegen einen Polizisten ausgeholt.D

Doch erlaubt
Als ihn Beamte am Ende der Demo wiedererkannten, schlug er richtig zu und verletzte vier Polizisten. Bei seiner Verhaftung stellte sich heraus, dass er einen Teleskopschlagstock dabei habe - doch nun, einen Tag später - wurde klar: Es ist doch ein erlaubter ausziebarer Fahnenstange. Damit fällt nun der Vorwurf des Besitzes einer illegalen Waffe weg. Dem Steyrer aus dem „Fußballmilieu“ wird weiterhin Widerstand gegen Staatsgewalt und schwere Körperverletzung vorgeworfen. Er wird im Laufe des Dienstags dem Haftrichter vorgeführt.

Hotspots der Corona-Gegner
Steyr und Linz, wo täglich Demos stattfinden, sind derzeit die Hotspots der Corona-Gegner. Ein bunter Haufen aus Unzufriedenen, unter die sich auch immer wieder verurteilte Rechtsradikale und politisch Motivierte mischen, denen es, so Pilsl, um Provokation geht. „Um dann sagen zu können: Schaut euch die gewalttätige Polizei an.“ Deeskalation ist seit Start der Pandemie das Mantra von Pilsl: „Für unsere Kräfte ist es nicht so einfach, das auszuhalten.“

Durchhalten
Und sie müssen noch länger durchhalten: Seit November gab es in Oberösterreich 139 Demonstrationen – Rückgang nicht in Sicht.

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