Di, 14. August 2018

Endgültig pleite

22.04.2011 08:12

"Game Over" für Spielehersteller JoWood

Nun heißt es endgültig "Game Over" für den österreichischen Spielehersteller JoWooD: Das börsennotierte Unternehmen kämpft seit Jahren ums Überleben und ist schon einmal knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Verhandlungen mit möglichen Investoren geplatzt sind und das Sanierungsverfahren damit gescheitert ist.

JoWooD hatte im Jänner 2011 die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beim Handelsgericht Wien beantragt. Erst vor einem Monat hieß es, zwei mögliche Investoren seien noch im Rennen. Insolvenzverwalter Helmut Platzgummer zeigte sich zuversichtlich, dass für JoWooD eine Lösung gefunden werde, da es Interesse an dem Unternehmen gebe, wie er damals sagte. Anfang April wurde dann bekannt, dass die Sanierungsplantagsatzung nicht wie ursprünglich vereinbart am 7. April, sondern erst am 5. Mai stattfinden werde. JoWooD hatte den Sanierungsplan nicht zustande gebracht.

JoWooD wurde 1995 gegründet und produziert, vermarktet und vertreibt Computerspiele. Das Unternehmen ist in den Kernmärkten Europas und in Nordamerika tätig und beschäftigt gruppenweit 85 Mitarbeiter, etwa 20 bis 25 davon in Österreich. Der Spielehersteller befindet sich zu 76,24 Prozent im Streubesitz, 13,76 Prozent hält VenGrowth Technology, 5 Prozent die Erste-Sparinvest KAG.

Turbulentes Jahr
Das Jahr 2010 verlief für die Firma ziemlich turbulent. Im April legte Albert Seidl, Vorstandsvorsitzender und CEO, sein Mandat zurück, Ende Oktober verlor JoWooD außerdem seinen Finanzvorstand Klemens Kreuzer. Im August gab das Unternehmen bekannt, seinen Halbjahresbericht zu verschieben. Erst Monate später, als am 9. November die außerordentliche Hauptversammlung tagte, wurde die Bilanz für das erste Geschäftshalbjahr veröffentlicht. Bei einem Umsatz von rund 2,6 Millionen Euro fuhr das Unternehmen einen Verlust von 20 Millionen Euro ein.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen bei einem auf 8,16 Millionen Euro mehr als halbierten Umsatz (nach 18,6 Millionen Euro) einen operativen Verlust von 14,3 Millionen Euro gemacht. Der Konzernverlust betrug über 25 Millionen Euro - im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde noch ein Gewinn von 967.000 Euro ausgewiesen.

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