30.11.2021 08:31 |

Anpassung notwendig?

Impfstoffe wohl weniger wirksam gegen Omikron

Wird die Omikron-Mutation Einfluss auf die kommenden Corona-Impfstoffe haben? Noch stehen relevante Daten dazu aus. Der Chef des US-Pharmakonzerns Moderna, Stephane Bancel, rechnet aber damit, dass die gegenwärtigen Impfstoffe wahrscheinlich nicht so wirksam gegen die neue Variante sein dürften wie gegen die bisher dominierende Delta-Mutation. Wie bei Biontech wird auch bei Moderna bereits an einer möglicherweise notwendigen Anpassung des Vakzins gearbeitet.

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Von einer Wirksamkeit wie bei der Delta-Variante gehe er derzeit nicht aus, sagt Bancel der „Financial Times“. „Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie viel, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: ,Das wird nicht gut sein‘.“ 

Moderna und Biontech arbeiten bereits an Anpassungen
Moderna arbeitet wie der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante bereits an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. Bei Moderna hätten „Hunderte Mitarbeiter“ direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag Thanksgiving am vergangenen Donnerstag angefangen, an einer Anpassung des Impfstoffs zu arbeiten.

Wenn nötig, kann Impfstoff schnell angepasst werden
Bei der Delta-Variante sei der Impfschutz gegenüber dem Wildtyp nur um rund acht bis zehn Prozent reduziert. Das machte eine Wirkstoffanpassung noch nicht notwendig. Ob es wegen Omikron nötig ist, wird sich zeigen. Gerade die Hersteller der mRNA-Impfstoffe betonten zuletzt mehrfach, dass das innerhalb von rund sechs Wochen bewerkstelligt werden könne. In ungefähr 100 Tagen stünden dann die ersten neuen Chargen bereit.

„Das ist kein neues Virus, es ist eine Virusvariante“
Der Virologe Norbert Nowotny erwartet erste Labordaten, an denen sich ablesen lässt, wie gut die an vielen Stellen mutierte Omikron-Variante einer durch Impfung oder Erkrankung aufgebauten Immunabwehr entkommen kann, in den nächsten Tagen. Im Gespräch mit der APA geht er aber wie die Virologin Dorothee von Laer davon aus, dass Geimpfte einen „sehr guten Basisschutz“ haben. Auch er sieht in der neuen Variante keinen Grund, nicht zur Impfung zu gehen: „Das ist kein neues Virus, es ist eine Virusvariante.“ Experten gehen davon aus, dass die Booster-Impfung auch besser gegen Omikron wirken wird, weil der Schutz „einfach generell besser ist".

Auch Geimpfte sollten als K1 gelten
Bis dato habe „das Virus schon sehr viel an Mutationen ausprobiert. Was wir jetzt sehen, sind ja neben ein paar neu dazugekommenen Veränderungen durchaus Mutationen, die wir in den bisherigen Virusvarianten auch schon gesehen haben“, so Nowotny. Bis man mehr über die Gefährlichkeit von Omikron weiß, plädiert Nowotny für möglichst lückenlose Kontaktnachverfolgung. Das könne es auch umfassen, geimpfte Personen mit Kontakt zu Omikron-Infizierten wieder als K1-Personen einzuordnen, wie er bereits am Montag im Interview mit Puls 24 gesagt hatte.

Der Coronaviren-Experte sieht eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Erreger in Personen mit einem geschwächten Immunsystem als höchstwahrscheinliche Entstehungsvariante für die mit alleine 32 Mutationen im Spike-Protein ausgestattete Variante. Während in Menschen mit intakter Immunabwehr eine Infektion in der Regel nur rund sieben bis zehn Tage dauert, ist das bei Menschen, die etwa unter der Immunschwächekrankheit AIDS oder anderen chronischen Erkrankungen leiden, mitunter deutlich anders.

Hält sich das Virus vielleicht sogar Monate im Körper auf und wird vielleicht durch Behandlungen mit Antikörpern von Menschen, die die Erkrankung überstanden haben, noch zusätzlich unter Druck gesetzt, kann es durchaus viele Veränderungen anhäufen. Gerade im südlichen Afrika mit seinen vielen HIV-positiven Menschen und leider vielen „schlecht behandelten AIDS-Kranken“, sind die Voraussetzungen für so eine Entwicklung entsprechend hoch: „Daher wundert es mich auch nicht, dass nach der Beta-Variante jetzt die zweite Virusvariante im Süden Afrikas entstanden ist.“

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