Popper rechnet für OÖ:

„Am Donnerstag werden wir es genauer wissen“

Ab heute, Montag,  rechnen Simulationsforscher Nikolas „Niki“ Popper und sein Team auch für den Krisenstab in Oberösterreich in die „Corona-Zukunft“. Die Vorhersagen werden möglichst kleinräumig aufbereitet werden und am Donnerstag gibt´s konkrete Ergebnisse, wie es weitergeht mit Covid in OÖ.

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Krone: Herr Popper, ab heute sind Sie für den Krisenstab in Oberösterreich tätig. Was sind die Aufgaben?
Niki Popper: Mit Hilfe von Modellen, die auf den realen Bevölkerungsdaten Oberösterreichs basieren, rechnen wir Szenarien - wie sich das Impfverhalten auswirkt und wann etwa auch wieder geöffnet werden kann - durch, damit Handlungen richtig gesetzt werden, und wir unterstützen die Spitäler, damit sie vor allem bei der Auslastung der Intensivstationen besser planen können.

Krone: Sie haben schon Erfahrungen auf Bundesebene, in Wien und Niederösterreich. Wie haben die Entscheidungsträger auf Ihre Modellrechnungen reagiert?
Popper: Wir können nichts ändern, aber Entscheidungsträger besser planen. Mein Job ist, die Lage möglichst gut einzuschätzen. Sie glauben nicht, aus wie vielen Sitzungen ich rausgegangen bin, wo Leute leider käseweiß drinnengesessen sind.

Krone: Welche Daten benötigen Sie für den Blick in die Covid-Zukunft in Oberösterreich?
Popper: Wir bilden die reale Bevölkerung virtuell ab, kombinieren diese etwa mit der aktuellen Impfquote, der Mobilität, dazu kommen Daten aus Studien, wie aktiv das Virus ist und die Situation auf den Intensivstationen, wie etwa Altersstruktur und Liegedauer der Patienten. Wir treffen damit eine Vorhersage für die Entwicklung in einzelnen Regionen Oberösterreichs.

Krone: Wie groß sind die Datenmengen, die Sie dafür in Oberösterreich einsetzen?
Popper: Das wissen wir noch nicht, wir fangen am Montag an. Am Donnerstag sitzen wir das erste Mal beisammen, und dann sollten wir es genau wissen.

Krone: Sie sagten, dass der Höhepunkt des Infektionsgeschehens der vierten Welle überschritten ist. Geht sich das geplante Lockdown-Ende in Oberösterreich aus?
Popper: Was die Neuinfektionen betrifft, dürften wir den Peak tatsächlich überschritten haben. Es ist nur die Frage, wie schnell die Zahlen nach unten gehen. Eine Prognose für den Lockdown gebe ich jetzt sicher nicht.

Krone: Die Zahlen in Oberösterreich sind ja bekanntlich exorbitant hoch.
Popper: Diese Werte sind vollkommen irre. Da hat natürlich das viele Testen auch seinen Einfluss. In Deutschland etwa kann’s solche Zahlen gar nicht geben, weil die weniger testen. Aber es ist auch wichtig, dass möglichst rasch Infizierte identifiziert werden. Und beim Impfen hat jedes Prozent einen sehr großen Einfluss auf die Infektions-Dynamik. Impfen ist und bleibt das Mittel der Wahl.

Krone: Apropos Testen. Ist es sinnvoll, dass auch Geimpfte testen gehen?
Popper: In der derzeitigen Hochinzidenz-Lage auf jeden Fall. Und in den Schulen ist ein engmaschiges Testen wichtig, um schnell Infektionsketten zu unterbrechen.

Krone: Nun gibt’s eine neue Virus-Variante. Wie schätzen Sie „Omikron“ ein?
Popper: Wir werden die Daten der Biologen in unsere Modelle einfließen lassen. Dann werden wir sehen.

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