14.11.2021 09:21 |

Es gibt Luft nach oben

So „grün“ ist der Strom in Österreich

Eine Europa-Karte zeigt, auf welche Energiegewinnung die einzelnen Länder setzen. Bei uns ist noch ordentlich Luft nach oben im Bereich Wasserkraft und Einsparungspotenzial.

Woher kommt der Strom, den wir verbrauchen? Details darüber liefert eine Weltkarte, die Infos über die Energiegewinnung gibt. Viele Länder verlassen sich auf umweltbelastende Erzeugung. Mit mehr als 300g CO2eq/kWh Emissionen (die Einheit zeigt an, wieviel Gramm Kohlendioxid bei der Erzeugung von einer Kilowattstunde Strom freigesetzt wird), ist Österreich weder sehr klimafreundlich noch -feindlich.

Mit fast 50-prozentiger Nutzung der Wasserkraft wird klar, dass das Potenzial einer nachhaltigen Energiegewinnung da ist. Der Rest der genutzten Energie stammt aus Erdgaskraftwerken und Importen. Eine nachhaltige Lösung wäre die Modernisierung und Erweiterung der 5000 heimischen Wasserkraftwerke. Dabei müsse man laut WWF aber auf Qualität setzen. Sprich: Mit Rücksicht auf die umliegende Natur.

Frankreich „strahlt“ grün wegen Atomkraftwerken
Einen vermeintlich viel besseren ökologischen Fußabdruck bei Strom als wir hat die Grande Nation. Tatsächlich wirkt das Land auf den ersten Blick mit 100g CO2eq/kWh Emissionen besonders umweltschonend – doch der Schein trügt: 70 Prozent der gewonnenen Energie stammt aus Atomkraftwerken. Obwohl diese per se kaum CO2-Emissionen ausstoßen, ist Kernenergie alles andere als umweltfreundlich. Neben der radioaktiven Gefahr geht es auch um die Probleme des Uranabbaus bis hin zur Endlagerung.

Auf umweltfeindliche Energiegewinnung setzt Polen. Das Land stößt täglich rund 700g CO2eq/kWh an CO2-Emissionen aus, da bis zu 75% des Stroms aus Kohlekraftwerken, der Rest aus Erdgasanlagen stammt. Im positiven Kontrast dazu: Island und Norwegen. Beide Länder nutzen regenerative und CO2-arme Stromerzeugung. Mit aus 70 Prozent Wasser, 30 Prozent Wind sowie aus Geothermie stammender Energie ist in beiden Ländern der Ausstoß von CO2-Emissionen äußerst gering.

Klar ist jedenfalls: Bis zur gänzlich klimafreundlichen Energiegewinnung Österreichs ist noch ordentlich Luft nach oben.  Bei Ausbau und Modernisierung unserer Wasserkraft genauso wie bei Stromeinsparung durch uns alle im Alltag oder energetischer Sanierung von Gebäuden ...

Hannah Neudeck, Kronenzeitung

Von
Kronen Zeitung
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 04. Dezember 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)