30.10.2021 06:00 |

„Krone“-Undercover

Corona-Regeln: Hat die Pandemie im Prater Pause?

Sind den beliebten Vergnügungsbetrieben die Corona-Maßnahmen egal? Das berichten Leser. Die „Krone“ machte verdeckt den Test.

Das traumhaft schöne Wetter lockt in den Herbstferien zahlreiche Besucher in den Wiener Prater. Leser hatten sich gemeldet. Im Vergnügungspark werde nicht gut kontrolliert, obwohl 2,5G (geimpft, genesen oder PCR-getestet) für Erwachsene und 3G (Antigentest zulässig) für sechs- bis Zwölfjährige gelte. Anlass für die „Krone“, einen verdeckten Test im beliebten Wurstelprater zu machen. Und siehe da. Das Sicherheitskonzept hat tatsächlich Risse ...

Kontrollen bei Riesenrad und im Schweizerhaus
Aber nicht überall: Bei unserem Ausgangspunkt, dem Eingang zum Schweizerhaus, überprüften Angestellte einer Sicherheitsfirma sorgfältig die Nachweise, verlangten zudem einen Lichtbildausweis: „Wir nehmen es mit den Kontrollen sehr genau“, sagt Schweizerhaus-Chef Karl Kolarik, „auch wenn sie mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand verbunden sind. Zeitgleich vier Mitarbeiter einer Fremdfirma vor Ort zu haben, das sind im Monat um die 40.000 Euro Mehrkosten“, so der Gastronom, der am Sonntag die Saison beendet.

Nachweis an den Kassen der Fahrgeschäfte kein einziges Mal überprüft
Während die meisten Fahrbetriebe im Prater noch viele Wochen geöffnet bleiben: „Voraussichtlich bis zum 6. Jänner nach dem Wintermarkt auf dem Riesenradplatz“, so ein Betreiber. Vom Schweizerhaus aus warfen wir uns ins Prater-Getümmel - und hatten die folgenden Stunden gefühlt „pandemiefrei“. Am Tag mit dem Jahreshöchstwert von mehr als 5800 Neuinfektionen wurden wir an den Kassen der von uns besuchten Fahrgeschäften kein einziges Mal kontrolliert. Ganz gleich, ob der Spaß In- oder Outdoor stattfand.

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Mir reicht es, wenn die Leute sagen, dass sie einen Nachweis haben

Ein Fahrgeschäft-Betreiber im Wiener Prater

Fahrgeschäfte setzen auf „Eigenverantwortung“
„Mir reicht es, wenn die Leute sagen, dass sie einen Nachweis haben“, verrät uns ein Prater-Unternehmer, dass er auf Eigenverantwortung setzt. Für die wäre vorgesorgt.

Zwei Testboxen stehen an den Eingängen bereit. Wer einmal seinen Nachweis zeigt, erhält ein Praterband, das er bei weiteren Fahrgeschäften nur herzeigen müsste. Gefragt wird man danach offenbar nicht. Außer beim Riesenrad, wo die Kontrollen ähnlich streng wie im Schweizerhaus sind.

Anja Richter
Anja Richter
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