„Fremde Zündquelle“

Feuer im Rax-Gebiet: Nächstes Waldstück in Flammen

Eine Entspannung der Lage, geschweige denn ein Ende im Kampf gegen den Waldbrand in Hirschwang in Niederösterreich, ist auch am Freitag nicht in Sicht gewesen. Vielmehr verschlimmerte sich die Lage im Ostbereich des betroffenen Gebietes in der Nacht. Es kam zu einem weiteren Brandausbruch. Die Löscharbeiten konzentrierten sich am Freitag vor allem auf diesen Bereich. Mittlerweile forderte der Waldbrand schon insgesamt vier Verletzte. Überlegungen, Unterstützung durch zwei Canadair-Löschflugzeuge aus Italien im Kampf gegen die Flammen zu erhalten, mussten indes verworfen werden. Hinsichtlich der Brandursache geht die Polizei laut Sprecher Johann Baumschlager von einer „fremden Zündquelle“ aus.

An Tag fünf des Löscheinsatzes im Rax-Gebiet, an dem sich seit Montag Hunderte Einsatzkräfte beteiligen, geht der Kampf gegen die Flammen unvermindert weiter (siehe Video oben). Während im Höllental seit Mittwoch unter anderem eine Verteidigungsfront aus Großtanklöschfahrzeugen mit Wasserwerfern ein Übergreifen der Flammen auf die Rax verhindert, loderten in der Nacht auf Freitag im Ostbereich erneut die Flammen auf.

„Bekämpfung nur aus der Luft möglich“
Brennende Wurzelstöcke waren in der Nacht talwärts gerollt und hatten dabei ein weiteres Waldstück in Brand gesetzt. „Aktuell ist dort nur eine Bekämpfung aus der Luft möglich“, so Einsatzleiter Josef Huber am Freitagmorgen gegenüber der „Krone“. Diese war bereits wieder mit mehreren Hubschraubern in vollem Gange. Die Lage sei im Griff, hieß es am späten Freitagvormittag.
Ebenso, wie die Löscharbeiten im Westbereich an der Grenze zur Rax. Dort könne man vorerst weiter vom Boden aus die Glutnester bekämpfen, so Huber, da es vorerst noch windstill ist.

Video: Die Befüllung der Löschtanks

Kein Einsatz für Canadair-Löschflugzeuge möglich
Im Kampf gegen den Waldbrand wurde am Freitag auch die Möglichkeit geprüft, zwei Canadair-Löschflugzeuge aus Italien anzufordern. Diese benötigen jedoch einen See, um Wasser aufzunehmen. Anvisiert als Aufnahmeort wurde zunächst der Neusiedler See, die Pläne „nach Auslotung der Möglichkeiten“ jedoch schlussendlich wurden vorerst verworfen. „Das Auftanken der von Löschwasser hätte aufgrund der Bugwelle nicht funktioniert“, so ein Feuerwehrmann zur „Krone“. 

Bereits vier Verletzte
Mittlerweile sind vier Verletzte im Zuge des Waldbrandes zu beklagen. Nach dem Forstarbeiter, der sich am Dienstag Verletzungen zugezogen hatte, wurden im Zuge des Löscheinsatzes drei Feuerwehrleute verletzt. Wie die „Krone“ erfuhr, handelt es sich um leichte Verbrennungen, die sich die Helfer zuzogen, ein weiterer erlitt eine Verletzung am Knöchel und musste per Hubschrauber ausgeflogen werden. 

„Fremde Zündquelle“ als Ursache
Die Flammen, die sich zum laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger „größten Waldbrand, den es je in Österreich gab“ entwickelt haben, waren am Montag ausgebrochen. Das Feuer breitete sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar. Hinsichtlich der Brandursache geht die Polizei laut Sprecher Johann Baumschlager von einer „fremden Zündquelle“ aus. Es werde zahlreichen Hinweisen nachgegangen, hieß es am Freitag. Die Bezirksbrandermittler würden Umfelderhebungen durchführen, etwa auch in umliegenden Hütten.

Windige Verhältnisse, die für Freitag prognostiziert worden waren, traten glücklicherweise nicht ein. Die Vorhersage bewahrheitete sich bis in die Nachmittagsstunden hinein nicht. Herbeigesehnt wird dennoch der Regen, doch laut den Prognosen lässt Niederschlag noch weiter auf sich warten. Erst für Montag werden Regenschauer vorhergesagt.

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