29.10.2021 06:00 |

Vulkan auf La Palma

Geologie-Experte aus Wien warnt vor Tsunamis

Der Vulkan auf der spanischen Insel La Palma brodelt bereits seit vier Wochen, und es ist kein Ende in Sicht! Lavaströme breiten sich aus und drohen, weitere Hunderte Häuser zu verschlingen. Ein internationales Expertenteam - unter ihnen auch Wissenschaftler aus Österreich - unterstützen die Spanier. „Die Lage vor Ort ist sehr angespannt“, so Robert Supper, Leiter der Angewandten Geowissenschaften an der Geologischen Bundesanstalt in Wien.

„Problematisch wird es, wenn sich der Lavafluss aufstaut und sich einen anderen Weg sucht, wo Menschen leben. Außerdem besteht die Gefahr von Tsunamis, wenn die Küste dem Druck der Lava nicht mehr länger standhält. Es könnte auch passieren, dass sich neue Lavaschlote auftun oder auch durch die Bebentätigkeit Hangrutschungen ausgelöst werden“, warnt der Vulkanexperte.

Supper hat bereits in Italien Vulkane untersucht und könnte mit Austro-Technik den weiteren Verlauf des Vulkanausbruchs auf La Palma analysieren. „Wir können das Magnetfeld an der Erdoberfläche messen. Denn ab einer Temperatur von 600 Grad Celsius verliert das Festgestein an Magnetismus, und wir können durch Abnahme des Magnetfeldes sehen, ob und wo sich eine Eruption ankündigt“, erklärt der Wissenschaftler.

Aber die Aschewolken verhindern einen Hubschrauberflug. Drohnenflüge wären eine Alternative, aber bisher wurde diese Methode noch nicht angewandt. Gemeinsam mit internationalen Experten will Supper die Lage auf La Palma beobachten.

Einheimische über Vulkan-Tourismus verärgert
Die Inselbewohner hoffen jeden Tag, dass der Vulkan wieder zur Ruhe kommt. Neben der ständigen Bedrohung ihrer Existenz kämpfen sie mit Katastrophentouristen, die das Naturspektakel hautnah erleben wollen. „Es gibt auf La Palma kaum freie Hotelzimmer, die Fähren sind belegt, Agenturen organisieren Vulkantouren. Die Behörden überlegen, die Fahrt zum Vulkan zu stoppen“, berichtet der österreichische Vulkan-Beobachter Franko Petri, der 300 Kilometer Luftlinie entfernt auf der Kanareninsel Gran Canaria urlaubt.

Katharina Pirker
Katharina Pirker
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