Mo, 25. Juni 2018

"Solidaritätsgeste"

01.04.2011 08:30

Sarkozy verteidigt bei Besuch in Japan die Atomkraft

Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy hat am Donnerstag auf der Rückreise von einer Währungskonferenz in China eine Kurzvisite in Japan eingelegt. Er war der erste ausländische Staatschef, der das Land seit dem Atomunfall im AKW Fukushima 1 besuchte. Dabei verteidigte Sarkozy die Atomenergie - denn die Welt brauche dieselbe, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Sarkozy reiste von einem Treffen der G-20, der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, im chinesischen Nanjing nach Tokio. Der französische Präsident erklärte, sein Japan-Besuch sei eine Geste der "Solidarität" mit den Opfern der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe sowie des schweren Atomunfalls und diene der Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Tragödie. Sarkozy und Japans Premier Naoto Kan sprachen darüber, wie das AKW Fukushima 1 unter Kontrolle gebracht werden kann.

Sarkozy verteidigte in Tokio die Atomenergie als wichtiges Instrument zum Klimaschutz. Sie werde weiterhin eine wichtige Energiequelle bleiben und könne helfen, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids zu verringern, wurde er von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert.

Atomkonferenz der G-20 gefordert
Zugleich forderte der französische Präsident, dass die internationale Gemeinschaft über neue Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke diskutieren sollte: "Es ist nicht normal, dass es keine internationalen Sicherheitsnormen gibt." Mit Kan einigte sich Sarkozy darauf, gemeinsam auf Atomsicherheitsstandards bis Ende des Jahres hinzuarbeiten. Die Atombehörden der G-20 sollten bereits bei einem Treffen im Mai in Paris darüber beraten.

Kan wiederum kündigte an, dass Japan aufgrund der Krise seine Atompolitik, darunter den geplanten Bau von mindestens 14 neuen Reaktoren bis 2030, überprüfen werde. Außerdem wolle die Regierung Fukushima 1 vollständig stilllegen lassen.

Französische Experten in Fukushima
Vor Sarkozy war bereits die Chefin des französischen Atomkonzerns Areva mit fünf Experten in Tokio gelandet. Laut Lauvergeon sollen die Fachleute aus Frankreich unter anderem dabei helfen, hoch radioaktives Abwasser aus der Atomanlage zu entfernen. Zuvor hatten die Japaner französische Hilfe noch abgewiesen. Paris hatte unter anderem Roboter schicken wollen, die nach der Katastrophe von Tschernobyl vor rund 25 Jahren für den Einsatz an radioaktiv verstrahlten Orten entwickelt worden waren. Später änderte die Betreiberfirma Tepco aber ihre Meinung und bat Frankreich um Entsendung von Experten.

Frankreich und Japan arbeiten seit Langem in der Nutzung der Atomkraft zusammen. Areva ist sowohl in die Produktion von Brennelementen als auch in die Wiederaufarbeitung in Japan eingebunden. Japan bezieht außerdem das Brennmaterial MOX aus Frankreich, das aus Atommüll hergestellt wird und hochgiftiges Plutonium enthält.

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