19.10.2021 16:47 |

Rettung von Insel

Schlepper ließen Rollstuhlfahrer auf Felsen zurück

Unfassbar herzlos hat sich eine Schlepperbande gezeigt, die Flüchtlinge aus Libyen nach Italien geschleust hat: Ein Gelähmter, der in einem Rollstuhl sitzt, wurde einfach auf einem Felsen der Insel Favignana bei Sizilien zurückgelassen. Der 30-Jährige musste dort die ganze Nacht ausharren, ehe Hilfe kam. Der Rollstuhlfahrer wurde schließlich von der Alpinrettung und Luftwaffe in Sicherheit gebracht. 

Die Schlepper hatten 23 Flüchtlinge aus Nordafrika auf der Insel Favignana abgeladen. Ein querschnittsgelähmter Tunesier wurde dabei einfach sich selbst überlassen - er saß mit seinem Rollstuhl auf einem Felsen fest. Auch seine Freunde scheiterten dabei, ihm zu helfen. 

Gelähmter per Helikopter ins Spital gebracht
Die Alpinrettung rückte schließlich aus, um dem 30-Jährigen aus seiner misslichen Lage zu befreien. Auf dem Seeweg war dieser nicht zu erreichen - auch auf dem Landweg war die Rettungsaktion äußerst schwierig, da es sich um schwer zugängliches Gebiet handelte. Schließlich wurde noch ein Hubschrauber angefordert, der den Mann, der auch auf einen Katheter angewiesen ist, in ein Spital brachte. Nach einer medizinischen Behandlung dürfte es dem Rollstuhlfahrer trotz der Unannehmlichkeiten und der schrecklichen Nacht im Freien halbwegs gut gehen.

In den vergangenen Tagen nahm wieder die Zahl der Flüchtlinge in Richtung Süditalien zu. Seit Sonntag brachte das deutsche Rettungsschiff „Sea Watch 3“ 412 Menschen bei sieben Einsätzen in Sicherheit. Zu den Geretteten zählen Kinder und schwangere Frauen.

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