07.10.2021 11:58 |

Helfer im Dauereinsatz

Ölpest in Kalifornien: Suche nach Ursache läuft

Entlang der malerischen Strände in Südkalifornien tummeln sich derzeit nicht nur Surfer und Spaziergänger. Aus einer leckgeschlagenen Pipeline auf dem Meeresgrund sind seit Samstag nach Schätzungen der Behörden bis zu 550.000 Liter Öl ausgelaufen. Die Folgen sind überall sichtbar: Schwarze Schlieren durchziehen das blaue Meer, an den Stränden werden klebrig-glänzende Klumpen angespült. Einsatzteams in weißer Schutzkleidung schaufeln den von Öl getränkten Sand in Plastiksäcke, Barrieren wurden ausgelegt, um den Ölfilm von der Küste fernzuhalten. 

Der Fischfang ist verboten, Surfer und Schwimmer dürfen nicht ins Wasser. Wie lange die Sperre andauern wird, ist derzeit nicht bekannt. Vier Tage, nachdem die ersten Spuren des Ölfilms entdeckt wurden, sind viele Fragen offen. Bis zum Wochenende soll die Zahl der Helfer auf 1500 aufgestockt werden, wie die Küstenwache am Mittwoch bekannt gab.

Taucher hatten in einer Pipeline, die mit einer Förderplattform verbunden ist, einen gut 30 Zentimeter langen Riss entdeckt. Zudem sei ein rund 1,2 Kilometer langes Teilstück der insgesamt etwa 28 Kilometer langen, betonummantelten Rohrleitung verbogen. Diese könnte vom Anker eines Schiffs getroffen worden sein.

Die Küstenwache legt sich noch nicht fest. Sie untersuche eine „Vielzahl von Faktoren“, darunter „Korrosion, zu hoher Druck in der Pipeline oder eine Beschädigung durch einen Anker“, teilte Coast Guard Offizier Steve Strohmaier am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Man prüfe, welche Schiffe sich in dem Zeitraum in dem Gebiet aufgehalten hätten.

Es wurden Vorwürfe laut, Behörden und Pipeline-Betreiber hätten zu spät auf den Notfall reagiert. Auch die politische Debatte um ein Ende der Ölförderung in Kalifornien schlägt wieder hohe Wellen. Immer wieder wird der Ruf nach einem Stopp der Ölgewinnung in dem Westküstenstaat laut. Die jüngste Umweltkatastrophe vor den Surfer-Paradiesen hat Anrainer, Umweltschützer und Politiker aufgeschreckt.

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