23.03.2011 14:32 |

Platz 30 mit Griechen

Österreich bei Tabakkontrolle laut Ranking letztklassig

Letzter Platz für Österreich im neuen "Tabak-Kontrollindex", der jedes Jahr vom Verband der europäischen Krebs-Ligen erstellt wird und die rechtlichen Bestimmungen in den jeweiligen Ländern unter die Lupe nimmt: Die Alpenrepublik nimmt trotz Nichtraucherschutzgesetz im Ranking von 31 Staaten gemeinsam mit Griechenland Platz 30 ein. Die Vertreter von Trafikanten und der Gastronomie zeigten sich am Mittwoch dennoch stolz auf die "österreichische Lösung" in der Raucherfrage.
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Die von einem Beurteilungsgremium beobachteten Staaten besteht aus den 27 EU-Staaten plus Schweiz, Island, Norwegen und Türkei. Zu vergeben waren 100 Punkte in fünf Kriterien: Zigarettenpreise, Werbevorschriften, Tabakgesetzgebung, Warnhinweise und Maßnahmen, welche den Rauchern das Aufhören erleichtern sollen inklusive der für solche Aufgaben vorhandenen Budgets.

Die Rangliste: An der Spitze liegt mit 77 Punkten Großbritannien, dann folgen Irland (69), Norwegen (62) sowie die Türkei und Island mit je 61 Punkten. Im Mittelfeld befinden sich Staaten wie Italien (47) und Spanien (46). Die Schlusslichter sind nach Deutschland (37 Zähler) schließlich Ungarn und Tschechien mit je 34 Punkten, Luxemburg mit 33 und schließlich am 30. Rang ex aequo Österreich und Griechenland (32 Punkte).

Das schlechte Abschneiden Österreichs dürfte in hohem Maß auch mit den geltenden Anti-Rauch-Regelungen in der Gastronomie im Zusammenhang stehen. "Die fünf Länder an der Spitze haben alle Maßnahmen zur Kontrolle des Tabakkonsums einschließlich hoher Preise für Tabakprodukte und vollständige Verbote für das Rauchen auch in Bars und Restaurants. Diese Maßnahmen sind zwei der effektivsten und wurden mit der höchsten Punkteanzahl bedacht."

Gastronomen und Trafikanten unbeeindruckt
Der Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten in der WKÖ, Peter Trinkl, warnte am Mittwoch in Bezug auf das Ranking vor einem "europäischen Wettlauf der Verbote" und eine Einschränkung der Konsumentenrechte: "Jene, die am meisten Stopptafeln aufstellen, haben das Ranking gewonnen. Ausschließlich Länder mit restriktiven Rauchverbotsgesetzgebungen sind auf den Spitzenplätzen vertreten. Je mehr Verbote im europäischen Raum erlassen werden, desto mehr wird die Freiheit des Konsumenten eingeschränkt."

Die Standesvertreter der österreichischen Gastronomie in der WKÖ verwiesen wiederum auf eine ihrer Meinung nach weitgehend problemlose Situation rund um den Nichtraucherschutz. "Die Einhaltung des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie funktioniert in Österreich mittlerweile annähernd reibungslos. Jüngsten Erhebungen zufolge sind die Anzeigen stark zurückgegangen. Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ist kein probates Mittel zur Einschränkung des Tabakkonsums in der Bevölkerung. Es führt lediglich zu einer verstärkten Verlagerung des Rauchverhaltens in den Privatbereich", so Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ.

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