02.10.2021 06:00 |

Räder blockieren

Supermärkte stoppen mit Trick „reisende“ Wagerln

In Hauseingängen, auf dem Spielplatz oder - ganz besonders gefährlich - auf U-Bahn-Gleisen: Verirrte Einkaufswagerl hat wohl jeder schon mal gesehen. Sie stören nicht nur das Stadtbild, ihr Verschwinden kommt auch den Supermärkten teuer. Mit einer Wegfahrsperre soll damit bald Schluss sein.

„Seit November 2019 haben wir leider feststellen müssen, dass an unserem Standort am Haspingerplatz in Wien-Floridsdorf immer wieder Einkaufswagerl verschwinden und dann im Tagesgeschäft fehlen“, berichtete Spar-Sprecherin Nicole Berkmann am Freitag im Gespräch mit der „Krone“. Mit Hightech kämpft der heimische Supermarktriese an diesem und weiteren Standorten, vor allem in Wien, gegen das Einkaufswagerl-Chaos an.

Berkmann weiter: „Wir haben nun ein System in Betrieb, das die Räder der Einkaufswagen blockieren lässt, sobald der Parkplatz damit verlassen wird.“ Wie funktioniert das? Eine unsichtbare Schleife, die auch bei elektronischen Rasenmäher-Robotern zum Einsatz kommt, sorgt dafür. Sobald diese „Linie“ überschritten wird, ist Schluss. Die Räder sind blockiert, und nichts geht mehr.

Auch andere namhafte Supermärkte in der Alpenrepublik wissen ein Lied zum Thema „verschwundene Einkaufswagerl“ zu singen. „In Gegenden, in denen Einkaufswagen häufig nicht zurückgebracht werden, setzen wir punktuell ein spezielles Technik-System ein, um diese zu sichern“, heißt es bei Hofer auf Nachfrage der „Krone“.

Auch dort nutzt das System Induktionsschleifen, die im Untergrund rund um das Grundstück verlegt werden. Diese Schleifen reagieren dann über ein elektrisches Signal mit zwei der vier Einkaufswagen-Räder. Die Folge: Wird der Einkaufswagen über diese Fläche geschoben, blockieren die Räder dauerhaft.

Erst bei dem Wiederbetreten der „erlaubten“ Fläche werden die Räder wieder selbstständig entsperrt. Hofer zieht bereits eine positive Zwischenbilanz: Bei jenen Filialen, bei denen das System zum Einsatz kommt, konnte der Verlust von Einkaufswagen bereits spürbar eingedämmt werden.

Matthias Lassnig
Matthias Lassnig
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