Lange verschollen:

Sinfonie von Leopold Mozart kommt nach Lambach

Oberösterreich
13.08.2021 10:40

Die verschollene „Neue Lambacher Sinfonie“ von Leopold Mozart, dem Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, kehrt nach exakt 80 Jahren Abwesenheit am kommenden Montag von Augsburg in Bayern in das Benediktinerstift Lambach in Oberösterreich zurück. Das verloren geglaubte Werk war eher zufällig 2019 entdeckt worden.

Stiftsarchivar Peter Deinhammer kennt die Hintergründe der in Lambach erwarteten wertvollen Fracht aus Augsburg: 1941 besann sich Augsburg darauf, dass der Vater des berühmten Wolfgang Amadeus Mozart ein Sprössling der Stadt war. Weil im Geburtshaus ein kleines Museum eingerichtet werden sollte, machte man sich auf die Suche nach Leihgaben - anfangs an seiner Hauptwirkungsstätte Salzburg, später im gesamten Donauraum.

Alten Leihvertrag entdeckt
Als das Stift Lambach 1941 von den Nationalsozialisten aufgehoben wurde, gingen noch im selben Jahr insgesamt 30 Werke ordnungsgemäß mit einem Leihvertrag nach Augsburg. 1955 wurde die Hälfte davon angekauft. Der Rest verblieb dort aus bis heute ungeklärter Ursache im Status von Leihgaben. 2019 wurde beim Aufräumen in den Archiven der offene Leihbestand entdeckt. Fast zeitgleich fand ein Mitarbeiter des Musikarchivs in Lambach eine Mappe mit dem Schriftverkehr zu der Leihe.

Notenblatt Stift Lambach (Bild: Stift Lambach)
Notenblatt Stift Lambach

Rückgabe ausgehandelt
Beide Seiten suchten den Kontakt zueinander. Im Februar 2020 kam es zu einem Treffen in Augsburg. Zuletzt kam von dort das Angebot der bedingungslosen Rückgabe der wertvollen Musikalien. Hauptsächlich handelt es sich um seltene Werke von Leopold Mozart - unter anderem seine „Neue Lambacher Sinfonie“, die er gemeinsam mit einer Sinfonie seines Sohnes 1769 dem befreundeten Abt Amandus Schickmayr gewidmet hat. „Dass dieses wichtige - aber verloren geglaubte Werk - je wieder an seinen Widmungsort zurückkehren wird, hätte man in Lambach nie zu hoffen gewagt“, schildert Deinhammer und freut sich, dass künftig wieder beide Lambacher Sinfonien an ihrem ursprünglichen Ort anzutreffen sein werden.

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