Besonders schlecht fällt demnach auch der "ökologische Fußabdruck" aus: Die Zutaten für teilgebackene Semmeln, Weckerln und Co. kommen aus ganz Europa. Auch die industriellen Backöfen stehen überwiegend im Ausland, heißt es in dem Test.
"Fakt ist: Bis auf drei Firmen wird nicht in Österreich produziert", sagte die Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger. Nur in den Produkten dreier Anbieter steckt laut "Konsument" Getreide, das hierzulande wächst und auch in Österreich verarbeitet wird. Der Großteil der Erzeugnisse kommt aus Deutschland. Vier weitere reisen aus Frankreich an, eines kommt aus den Niederlanden.
Der Großteil des Aufback-Gebäcks kommt nämlich aus großen Industriebetrieben. Zutaten, Teig- und Gärführung sind mit geringen Abweichungen dieselben wie bei herkömmlichen Produkten vom Bäcker. Gelegentlich wird etwas Fett zugegeben, was den Teig fester macht. Nach dem Kneten und Formen geht es ab in riesige Backöfen. Doch schon nach 50 bis 70 Prozent der üblichen Vollbackzeit ist Schluss, daher auch der Begriff "teilgebacken". Dieses Gebäck kann bei niedrigen Temperaturen nur bis zu drei Tage ohne große Qualitätseinbußen gelagert werden.
Schimmel (fast) im Griff
Der Großteil des Gebäcks zum Aufbacken wird unter Schutzatmosphäre im Plastiksack verpackt, nur ein paar Firmen setzen auf Tiefkühlware. Wie bei Toastbrot besteht die Gefahr, dass sich frühzeitig Schimmel bildet. Schuld sind dann meist beschädigte Verpackungen. Davon abgesehen haben die Erzeuger das Problem im Griff: "Fast alle von uns untersuchten Proben waren frei von Schimmel und Hefen", berichteten die Konsumentenschützer.
Nur ein Produkt einer Diskonter-Eigenmarkte erwischte es böse. Auf dessen Baguette-Brötchen entdeckten die "Konsument"-Tester lange vor Ende der angegebenen Mindesthaltbarkeit einen großflächigen grünlichen Schimmelrasen. "Verdorben und für den menschlichen Verzehr ungeeignet", lautete das Urteil der Lebensmittelexperten der Untersuchungsanstalt.
Nur ein Produkt bestand Geschmackstest
Weniger erfreulich fiel der Geschmackstest aus. Mehr als 40 Menschen verspeisten die frisch aufgebackenen Semmeln und Weckerln. Doch das Ergebnis war mehr als ernüchternd, denn die Bequemlichkeit, den Rohstoff für "frisches" Gebäck in der eigenen Speisekammer zu bunkern, hat ihren Preis - und der heißt Geschmack! Wirklich überzeugen konnte nur der Testsieger Coppenrath & Wiese mit seinen Mehrkornbrötchen.
Eine Zumutung stellte, so "Konsument", die Anleitungen zur Zubereitung auf den Verpackungen dar. Zu klein und unleserlich, lautete sehr oft das Urteil. Auch die vielen Anleitungen in verschiedenen Sprachen gaben Anlass zur Kritik. So heißt es im "Konsument": "Unfassbar, was uns hier alles unterkam: Anleitungen in so vielen Sprachen, dass es detektivischen Spürsinn brauchte, den deutschen Text zu entdecken."









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