Teure Attraktion

Riesenskulptur sorgt in Villach für heftige Debatten

Kärnten
23.02.2011 23:25
Kunst sorgt in Villach für Ärger: Im Stadtsenat wurde der Ankauf der Gironcoli-Skulptur "Wir Villacher Kinder" (Bild) beschlossen. Die 280.000 Euro für das Riesenwerk sowie die 23.000 Euro für Transport, Aufstellung und Enthüllungsfeier wollen FPK und ÖVP aber nicht für die Kunst ausgeben. Der Bürgermeister plant hingegen einen Weg mit zehn bis 15 Skulpturen durch die Innenstadt.

Wegen der "schwierigen Zeiten" lehnt FPK-Klubobmann Gernot Schick diesen und andere Kunstankäufe ab. Er hofft im Gemeinderat Ende Mai auf eine kritische Diskussion. Stadtrat Peter Weidinger (ÖVP) würde das Geld lieber für Parkraumüberwachung oder andere nachhaltige Maßnahmen ausgeben.

SPÖ und Grüne wollen Gironcolis Werk "Wir Villacher Kinder" aber noch heuer vor dem Congress Center Villach aufstellen. "Schön wäre es zur Eröffnung des Carinthischen Sommers, doch das geht sich nicht aus", so Stadtchef Helmut Manzenreiter (SPÖ), "FPK und ÖVP können es aber nicht verhindern, nur verzögern."

Skulpturenweg als internationale Attraktion
Neben der Skulptur des berühmten Sohnes der Stadt sollen auch fünf schon stadteigene Werke wie ein Objekt des Villachers Johann Feilacher aufgestellt werden. Architekt Gernot Kulterer arbeitet bereits an einem Konzept. "In den nächsten Wochen steht fest, wo in der Innenstadt die Werke stehen sollen. Der Skulpturenweg soll eine Schlechtwetter-Alternative für Gäste sein und für internationale Beachtung sorgen. In jeder größeren Kommune funktioniert Stadtentwicklung auch über Kunst", betont Manzenreiter. Ein eigener Prospekt und eine Marketingstrategie seien dafür geplant.

Der international berühmte Bruno Gironcoli (1936 bis 2010) erhielt viele Preise, auch den Villacher Kulturpreis. Der Plan, seine monumentalen Werke in Bad Bleiberg zu zeigen, scheiterte – sie sind im steirischen Schloss Herberstein.

von Christina Kogler, Kärntner Krone 

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