02.08.2021 09:03 |

Spiel mit Worten

Jakob Wirl: „Baue Reime in Moderation ein“

PULS-4-Nachrichtenmoderator Jakob Wirl über Romantik, U-Bahnen & versteckte Reime.

„Krone“: Sie haben mich zum Rappen an den Wiener Donaukanal eingeladen. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Wie ein Gangsta-Rapper wirken Sie jetzt nicht.
Jakob Wirl: (lacht) Mit Gangsta-Rap kann ich auch gar nichts anfangen. Für mich war Rap immer ein Spielen mit Worten und Sprache.

Wann haben Sie diese Leidenschaft entdeckt?
Ich war immer schon sprachbegabt, das war schon früh in meiner Kindheklar. Ich habe mit acht Jahren begonnen, Gedichte zu schreiben, als junger Teenager dann sehr romantische an die Herzensdamen meiner Wahl. Die Gedichte kamen aber nicht sehr gut an, mein Rap hingegen schon. Daraufhin habe ich diese eben als Raps umformuliert, und das hat dann ganz gut funktioniert.

War da nie der Drang, auf die Bühne zu gehen?
Doch, und ich habe früher auch in vielen Bands gespielt und bin auf der Bühne gestanden. Das war neben Sport immer ein sehr guter Ausgleich, der mir erlaubt hat, ein bisschen aus meinem Alltag auszubrechen.

Wann und wo schreiben Sie Ihre Texte?
Immer und überall. In der U-Bahn; nachts, wenn ich nicht schlafen kann; wenn mich was beschäftigt, dann schreibe ich ein paar Zeilen, und dann geht’s mir wieder besser. Bei mir hat das fast schon eine autotherapeutische Funktion.

Die Zuseher kennen Sie als Nachrichtenmoderator im Anzug.
Ja, eine weitere Leidenschaft. Ich hab schon als Bub Zeitungen verschlungen. In meinem Beruf arbeite ich ja auch viel mit Sprache, und das macht mir enormen Spaß. Die Herausforderung besteht darin, Nachrichten auf den Punkt zu bringen, verständlich und sehr komplexe Sachverhalte nachvollziehbar zu machen.

Sie sollten die Nachrichten einfach einmal rappen!
Sie werden lachen, es kommt ab und zu vor, dass ich kleine Reime in die Moderation einbaue. Das merkt aber außer mir niemand.

Warum macht man beim Rappen immer diese typischen Handbewegungen?
Darüber habe ich mir eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht. Das kommt ganz natürlich daher. Das ergibt sich von selbst. Man unterstreicht mit der Gestik vielleicht ein bisschen die Worte.

Wo kann man denn einen „Wirl-Rap“ hören?
Ich schreibe primär für mich, um mir Dinge von der Seele zu schreiben. Mir war es eigentlich immer egal, ob das jemand hört oder gut findet, abgesehen von meinen Liebesraps natürlich (lacht). Aber wer weiß. Ich will nichts ausschließen.

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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